Rettet das Strandbad
 
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Presse
 
 

  Presse Juni 2004


 


    
01. Juni 2004
Neckarauer Grüne lehnen Strandbadgaststätte mit 800 Biergartenplätzen ab

Der Ortsverband von Bündnis 90/Die GRÜNEN in Neckarau lehnt unter den jetzigen Verkehrsbedingungen die Pläne der Stadt und der Eichbaum Brauerei ab, am Strandbad eine Gaststätte mit einem Biergarten für 800 Gäste anzulegen. Wie die Sprecherin des Ortsverbandes, Gabriele Thirion-Brenneisen betont, sei man keineswegs gegen den Betreiber oder eine neue Gaststätte. "Natürlich wünschen wir uns ein attraktives Gaststättenangebot für die Bevölkerung. Was wir GRÜNEN aber ablehnen, ist die Größenordnung des Biergartens beim bisher schlechten Angebot, das Strandbad mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen."

Noch sei die Diskussion über den Verkehrsentwicklungsplan nicht beendet, bei dem Befürworter einer Aufeldquerung mit der Verkehrsbelastung der Anwohner der Friedrich- und der Rheingoldstraße argumentieren. Und jetzt stimmen dieselben Gemeinderäte einem Konzept für eine Gaststätte zu, das im Sommer genau diesen Straßen an den Wochenenden und in den Abend- und Nachtstunden noch mehr Autoverkehr beschert. "Bürgermeister Schmidt und die Gemeinderäte glauben doch nicht, dass die Gäste eines solchen Lokals nicht zu einem Großteil mit dem Auto kommen", erklärt Bezirksbeirat Dieter Netter. "Und entgegen den Versprechungen der großen Parteien vor den letzten Wahlen, ein Kurzstreckenticket für Busse und Bahnen anzubieten, ist diesbezüglich nichts passiert", kritisiert er die nicht erfüllten Wahlversprechen. Das Busangebot zum Strandbad sei nicht gut und die Fahrt mit einem normalen Einzelfahrschein einfach zu teuer. So wundere es nicht, dass der Bus zum Strandbad wenig benutzt wird.

Gabriele Thirion-Brenneisen weist auch auf die momentane Situation am Strandbad hin. Schon jetzt habe der Ordnungsdienst bei schönem Wetter alle Hände voll zu tun, auf dem Strandbadparkplatz für Ordnung zu sorgen. Wie soll das werden, wenn hier im Vergleich zum letzten Pächter in der Gaststätte mindestens 500 Plätze mehr angeboten werden. Da ist doch, vorsichtig gerechnet, pro Stunde mit mindestens 50-80 Parkplatzsuchenden zusätzlich zu rechnen. Das machen die Grünen nicht mit, zeigen sich die beiden Kommunalpolitiker entschlossen. Da hätten wir doch schon nach einer Saison wieder die Diskussion um eine Aufeldquerung, ist man sich bei den Neckarauer Grünen sicher.
 


 

  
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Herrn
Oberbürgermeister Gerhard Widder
Rathaus E, 5

68159 Mannheim

 

07.06.2004

Strandbad-Gastronomie

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

die im Mannheimer Morgen veröffentlichten Pläne zur künftigen Strandbad-Gastronomie mit 800 Sitzplätzen bereiten uns große Sorgen. Nach den Informationen, die der Artikel bot, halten wir sie für nicht tragbar.

Die wesentlich größer als bisher ausfallende Bewirtschaftung zieht auch wesentlich mehr Verkehr nach sich. Schon jetzt aber ist der Parkraum nicht ausreichend.
Die vorgesehenen Strandbadfeste werden das Verkehrsaufkommen vor allem in den Abend- und Nachtstunden erhöhen.
Die erweiterte Gastronomie verringert die Fläche für die Erholungssuchenden, die sich unabhängig von den gastronomischen Angeboten am Strandbad aufhalten wollen.
Die Zunahme des Verkehrs und die über den Tag wie auch das Jahr zeitlich erweiterte Betriebstätigkeit ver-ursachen auch wesentlich mehr Lärm, der sich sowohl negativ für die Anwohner an den Zufahrtswegen wie auch für die das Strandbad umgebende Natur auswirkt. Ebenso betroffen sind diejenigen, die sich im Wald-park oder den angrenzenden Naturschutzgebieten in Ruhe erholen wollen.

Es ist schwer vorstellbar, daß der Stifter der Reißinsel, Consul Carl Reiß, die vorliegende Planung mit den absehbaren Folgen für „seine Fasaneninsel“ gutheißen würde. Es ist z.B der Stadt schon jetzt nicht mehr möglich, das NSG „Bei der Silberpappel“ aufgaben- und naturschutzgemäß zu betreuen.

Wir fragen uns, wozu die Stadt Mannheim die „Agenda21-Fahne“ hochhält, die Charta von Aalborg unter-schreibt und ein Agenda-Büro unterhält, wenn ohne Einbeziehung der betroffenen Bevölkerung und ohne die in diesem Falle einzubeziehenden Umweltorganisationen solche Entscheidungen getroffen werden. Den An-sprüchen an eine bürgernahe Politik gerecht zu werden, bedeutet nach unserer Auffassung, daß für das hier geplante Vorhaben realisierbare Konzepte zu lärm- und verkehrsbegrenzenden Maßnahmen sowie zur Ver-meidung von Belastungen der Menschen und der Umwelt entwickelt, vorgelegt und durchgesetzt werden müssen.

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, wir halten es für dringend notwendig, daß Sie sich persönlich ein Bild über die Situation an einem schönen Wochenende, wie z.B. dem vergangenen, vor Ort machen, bevor Sie im Gemeinderat dieses Vorhaben zur Abstimmung bringen.

Mit freundlichen Grüßen

Arnold Cullmann
BUND Kreisgruppe Mannheim

Kopie an die Gemeinderäte der Stadt Mannheim und an die Presse