Rettet das Strandbad
 
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Presse
 
 

  Presse August 2004


 


 

  
Maier

Stadtverwaltung und Eichbaum üben sich in zurückhaltender Informationspolitik

Verwirrspiel ums Mannheimer Strandbad

Arnold Cullmann ist sauer: "Wozu gibt es eigentlich lokale Agenda-Gruppen, wenn die Betroffenen dann doch nicht in Vorhaben einbezogen werden?" Als im Mai im Wirtschafts- und Grundstücksausschuss die Entscheidung gefallen ist, das Strandbad-Areal auf der Mannheimer Reißinsel langfristig an die Eichbaum-Brauerei zu verpachten, sei damit, so das lokale BUND-Vorstandstmitglied, von der Verwaltung eine "totale Ignoranz dem Bürgerwillen gegenüber bewiesen worden.“

Besonders im Hinblick auf die genehmigte Maximalgröße von 800 Plätzen für einen Biergarten rechnet der BUND in Zukunft mit wesentlich mehr Verkehr zu dem Naherholungsgebiet - mit negativen Auswirkungen für die Anwohner an den Zufahrtswegen und unabsehbaren Folgen für die angrenzenden Naturschutzgebiete Reißinsel und Silberpappel. Die Naturschutzverbände hätten im Vorfeld angesprochen werden sollen", findet auch Grünen-Stadtrat Wolfgang Raufelder, der sich von der Verwaltung mehr Sensibilität den Betroffenen gegenüber gewünscht hätte. Die Verwaltung sieht die Angelegenheit hingegen pragmatisch. "Die Beteiligungsmöglichkeiten müssen irgendwo ein Ende haben, damit auch mal eine Entscheidung getroffen werden kann", sagt Michael Schnellbach, Büroleiter im für städtische Liegenschaften zuständigen Dezernat 1.

Die Eichbaum-Brauerei übt sich derweil zusammen mit Hennes Reiß vom Café Journal, dem neuen Betreiber des Strandbades, in Zurückhaltung, was die Pläne für das Gelände betrifft. „Eine Detailplanung ist vorhanden“, ist der Kommentar von Eichbaum-Verkaufsdirektor Rainer Heilmann. Und auch der Gemeinderat, so Wolfgang Raufelder, sei noch nicht informiert worden, was die Eichbaum genau vorhat. Sicher scheint lediglich, dass ein Neubau das alte Strandbad-Café ersetzen wird. Dem trauert Michael Lapp vorn Verein der Strandbad-Freunde jetzt schon nach: "Damit geht ein am Rhein einmaliges Gebäude verloren." JWA. FOTO: RITTELMANN
 

August 2004

 

  
Mannheimer Morgen  

Agenda legt Beschwerde ein
Streit um Strandbad-Pläne

Der Streit um das Strandbad reißt nicht ab. Auf Grund der bekannt gewordenen Pläne und wegen ausbleibender Informationen von Seiten der Stadt, hat die "Lokale Agenda 21 Mannheim-Neckarau" Dienst- und Fachaufsichtsbeschwerde beim Regierungspräsidium Karlsruhe eingelegt.

"Wir haben viel gefragt und wenig Antworten bekommen", sagt der Vorsitzende der Initiative Bernd Landmann. Erst aus der Presse habe man Hinweise auf die Installierung einer Event-Gastronomie mit zusätzlichen 550 bis 800 Biergartenplätzen erhalten, so Landmann weiter. "Die Planungen sind aber unverträglich mit dem Vermächtnis von Carl Reiß." Dieser habe in seinem Testament großen Wert auf den Naturschutz und auf die kostenlose Nutzung der Insel durch die Mannheimer Bürger gelegt. Um einem Vertragsabschluss mit der Eichbaumbrauerei, die als möglicher Pächter im Gespräch ist, und den damit geschaffenen Fakten zuvorzukommen, habe man sich zu der Beschwerde entschieden.

Unterstützt wird die Lokale Agenda von der Mannheimer Kreisgruppe des BUND und der Bürgerinitiative "Freunde des Strandbads". Karl-Ludwig Walzel als Vertreter der Initiative zeigte sich insbesondere über das Verhalten der Stadt enttäuscht. Aus diesem Grund habe man auch die Offenlegung der Pläne und eine Beteiligung der Bürger gefordert. Alle Beteiligten machten außerdem deutlich, dass man nicht grundsätzlich gegen eine Bewirtschaftung des Strandbades sei. "Wir wollen erreichen, dass die bestehenden Gastronomiekapazitäten nicht noch weiter ausgebaut werden", so Landmann.
Arnold Cullmann, vom BUND wies darauf hin, dass eine Umsetzung der Pläne zu wesentlich mehr Verkehr führen, und der schon jetzt knappe Parkraum nicht mehr ausreichen würde. Außerdem würden durch den Lärm nicht nur die Anwohner, sondern auch die benachbarten Naturschutzgebiete beeinträchtigt td
 

27.8.2004

 

  
Pressemeldung
vom 26. 08 2004


 
Dieter Netter (Beisitzer/Medienbeauftragter)
T 0621-857458, Mobil 0160-6285361, Fax 01212-512009524
E-Mail: dieter.netter@t-online.de

Handeln nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit am Strandbad gefordert

Lokale Agenda 21 MA-Neckarau legt Dienst- und Fachaufsichtsbeschwerde beim Regierungspräsidium ein und fordert Bürgerbeteiligung

Wegen ausbleibender Informationen durch die Stadtverwaltung zu den bekannt gewordenen Planungen am Mannheimer Strandbad, hat die Lokale Agenda 21 MA-Neckarau e.V. Dienst- und Fachaufsichts-beschwerde gegen die Verantwortlichen der Stadt Mannheim beim Regierungspräsidium Karlsruhe eingelegt. Die Beschwerde wurde schon vergangene Woche versendet und blieb bisher ohne Reaktion. Auch frühere Anfragen waren ohne Antwort der Verwaltung geblieben.

Nachdem man von dem Vorhaben am Strandbad aus der örtlichen Presse erfuhr, hatte sich der Verein seit Juni bemüht, über den Bezirksbeirat Neckarau und die Gemeinderäte vor Ort an konkrete Informationen zu den Planungen am Strandbad zu gelangen, was misslang. "Als wir auch keine Antwort auf unsere schriftlich an die Verwaltung gestellte Forderung nach Information und Beteiligung bekamen, machten wir uns selbst kundig und ließen uns von einem Anwalt rechtlich beraten", berichtet Bernd Landmann, der erste Vorsitzende des Vereins.

Wegen einem befürchteten Vertragsabschluss mit einem potenziellen Pächter und damit dem Schaffen von Fakten durch die Verwaltung, entschloss sich der Vorstand des Vereins zu der Beschwerde beim Regierungspräsidium.

Die Beschwerden begründet die Lokale Agenda 21 Neckarau mit der Unverträglichkeit der Planungen mit dem Vermächtnis von Carl Reiß. Dieser hatte großen Wert auf Naturschutz und die kostenlose Nutzung seiner Insel zum Zwecke der Erholung für alle Mannheimer gelegt. Gegen beide Prinzipien verstoßen nach Meinung der Lokalen Agenda 21 Neckarau die bisher bekannt gewordenen Planungen der Stadt Mannheim. 550 bis 800 zusätzliche Biergartenplätze in einer Gaststätte bedeuten ohne ein neues Verkehrskonzept mehr Autoverkehr und damit größere Belastungen für die Anwohner der Zufahrtsstraßen und eine höhere Beeinträchtigung der Natur im Waldpark und auf der Reißinsel.

Daneben verstößt die geplante Vermietung von Grillplätzen und Strandkörben, sofern sie in größerem Umfang vorgesehen sind, gegen das Gebot von Reiß, dass die vermachte Insel - wozu das Strandbadgelände gehört - der Bevölkerung kostenlos zur Verfügung zu stellen sei.

Die Lokale Agenda 21 MA-Neckarau fordert die Verwaltung auf, die Pläne am Strandbad der Bevölkerung vorzustellen und mit ihr zu diskutieren, bevor man mit einem Erbpachtvertrag über 60 Jahre Laufzeit unabänderliche Fakten schaffe. Man könne als Gemeinderat und Verwaltung nicht beschließen, eine Agenda 21 für die Kommune erarbeiten zu wollen und auf der anderen Seite den Teil der Information und Beteiligung der BürgerInnen missachten, erinnert Bernd Landmann an die Selbstverpflichtung der Verwaltung und des Rates. Dasselbe gilt nach den Worten des zweiten Vorsitzenden des Vereins, Rudolf Höcker, auch für den Gedanken der Nachhaltigkeit. Was sei an der Einrichtung eines 550 Plätze Biergartens nachhaltig im Sinne der Agenda 21, fragt er in Richtung Verwaltung. Nachhaltig sei daran nur die Zunahme der Belastungen durch vermehrten Autoverkehr. Das könne der Gemeinderat und die Verwaltung ja kaum als zukunftsfähig im Sinne der Agenda 21 verkaufen, beschwert er sich über das widersprüchliche Handeln der Stadtspitze. Der Vorstand der Lokalen Agenda 21 MA-Neckarau jedenfalls wolle zusammen mit allen interessierten BürgerInnen darauf achten, dass bei dem gewünschten zukünftigen Gaststättenbetrieb, die Agenda 21 am Strandbad keine Worthülse bleibt, sondern von der Verwaltung umgesetzt wird, betont Bernd Landmann und lädt damit unter Hinweis auf die Initiative "Freunde des Strandbads" alle Bürger zum Mitmachen ein.

Weitere Informationen im Internet: www.neckarau21.de und www.strandbad-mannheim.de

Mit freundlichen Grüßen
Dieter Netter

(Anmerkung der Redaktion sos-strandbad: Der Brief an das Regierungspräsidium ist hier zu lesen)
 


 

 
Unsere Presseerklärung
vom 23. 08. 2004


Presseerklärung

Bürgerinitiative "Freunde des Strandbads" fordert Offenlegung der Pläne für die Strandbad-Gastronomie und Bürgerbeteiligung bei der Konzeption

  • Informationspolitik des Dezernats I kritisiert
  • Planungen sind nicht vereinbar mit dem Testament von Konsul Reiß
  • Anfrage an Fraktionen im Gemeinderat und Dezernate gestellt
  • Gemeinsame Pressekonferenz mit lokaler Agenda 21 Mannheim-Neckarau

Mannheim-Neckarau, 23. 08. 2004

Die im Juli gegründete Bürgerinitiative "Freunde des Strandbads" fordert in einer Anfrage die Fraktionen im Gemeinderat und die Bürgermeister der betroffenen Dezernate sowie den Oberbürgermeister zu einer Stellungnahme auf. Mit Schreiben vom 23. August fordert die Initiative eine Offenlegung der Pläne und die Einbeziehung der Bevölkerung. Die Initiative fordert den zuständigen Bürgermeister Rolf Schmidt auf, Auskunft über Inhalt und Laufzeit des Pachtvertrages zu geben. Die langfristige Verpachtung des von Konsul Reiß an die Mannheimer Bürgerschaft vermachten Geländes stehe im Widerspruch zu dessen Testament und komme einer Privatisierung gleich. Die Vorbereitung der Pachtverträge und die Planungen der Eichbaum-Brauerei erfolgten bisher unter Ausschluss des Gemeinderates und der Öffentlichkeit. Gefordert wird eine öffentliche Bürgerversammlung zu dem Thema.
 

 


Die Hauptforderungen der Initiative sind:

  • Offenlegung der Pläne und umfassende Information interessierter Bürger
  • Keine Vertragsunterzeichnung ohne Bürgerbeteiligung bei der Neukonzeption
  • Keine Reduzierung der Flächen für Erholungssuchende, der Spiel- und Liegeflächen
  • Keine Privatisierung auch von Teilen des Strandbads
  • Reduzierung des Verkehrsaufkommens und Stärkung des ÖPNV
  • Wiederherstellung und Pflege des gesamten Geländes inklusive des Kiesstrandes durch die Stadtverwaltung
  • Umweltgerechte Betreuung der Anlage
  • Erhalt des Gebäudes statt Abriss
  • Keine Event-Gastronomie zu Lasten von Anwohnern, Erholungssuchenden und der Natur
  • Keine Außenbewirtschaftung über das bisherige Ausmaß hinaus
  • Erhalt des Strandbads in seiner ursprünglichen Tradition

Hintergrund: Der zukünftige Pächter Eichbaum erwägt am Strandbad ein dreistufiges Gastronomie-Konzept mit Event-Gastronomie. Dies birgt die Gefahr eines stark erhöhten Verkehrsaufkommens im Landschaftsschutzgebiet Waldpark. Außerdem wird mit der Neuverpachtung, dem Aufstellen von kostenpflichtigen Strandkörben und der Ausweitung des Gastronomiebereichs auf 800 Plätze eine schleichende Privatisierung des von Konsul Reiß für die Mannheimer Bürger gestifteten Areals in Gang gesetzt.


 

  
Mannheimer Morgen

Strandbad: Neuer Klärungsbedarf

In einem Brief an Oberbürgermeister Gerhard Widder bittet Stadtrat Wolfgang Raufelder den Beschluss des Wirtschafts- und Grundstückausschusses zur Strandbadgaststätte in Neckarau zurückzunehmen.

"Die vorgesehene Umgestaltung des Strandbades widerspricht dem Willen der Bürger und bringt zahlreiche Probleme in den Bereichen Umwelt, Verkehr und Lärm mit sich", macht Raufelder seine Einwände geltend.

Nach Ansicht der Grünen im Gemeinderat soll die Bevölkerung in den Entscheidungsprozess mit einbezogen werden. "Die Beratung zu den Aktivitäten um einen Vertragsabschluss bezüglich des Strandbades zwischen der Eichbaum-Brauerei und der Stadt Mannheim sollte in Zusammenarbeit mit der Bevölkerung, der Politik und den Fachbehörden vorbereitet werden", so die Grünen.

Nach Ansicht der Partei ist auch die Rechtsstellung des Grundstücks im Zusammenhang mit dem Vermächtnis von Carl Reiß sehr umstritten. "Nach einer Beurteilung durch die Verwaltung sollte eine weitere Anhörung im Gemeinderat erfolgen, an deren Ende dann der Gemeinderat entscheidet", so Raufelder. fl
 

20.8.2004

 

  
Mannheim-Aktuell Süd

Mannheim-Aktuell Süd 14.8.2004
 

14.8.2004

 

  
Mannheimer Morgen

Leserforum
Zum Thema: Strandbad

Ich besuche seit vielen Jahren mit großer Freude unser Kleinod mitten in der Natur des Mannheimer Südens. Die Mischung aus Wald, Wiese, Strand, Wasser ist einmalig. Jetzt besteht die Befürchtung, dass dies zu einem Rummelplatz umgestaltet wird.

Nach dem sehr interessanten Vortrag des ehemaligen Stadt-Archivators Herrn Teutsch bei der Agenda in Neckarau, sagt das Reiss-Testament eindeutig, das Strandbad ist für alle Bürger kostenlos zur Erholung in der Natur vorgesehen.

Als Mitglied der Initiative „Freunde des Strandbads“ frage ich die Vertragsmacher, ist das Testament Grundlage des Vertrages? Warum gewähren uns die Herren von Eichbaum und die verantwortlichen Herren der Stadtverwaltung keinen Einblick in das Vertragswerk? Noch nicht einmal die Bezirksbeiträte des Stadteils Neckarau werden eingeweiht!
Da kann doch nur größtes Misstrauen aufkommen. Was haben die Herren vor dem Bürger zu verbergen?

Gisela Korn-Pernikas
 

14.8.2004

 

  
Rheinau Nachrichten

Die Eichbaum und das Strandbad
Eine schnelle Lösung ist gefordert

Sanieren oder abreißen und neu bauen, das ist die Frage, über die sich auch die Fachleute streiten.
Zu einem Ortstermin lud die SPD Fraktion in das Strandbad auf der Reißinsel, um sich die Planungen zur Erlebnisgastronomie der Eichbaum Brauerei erläutern zu lassen. Aus der Einladung zitieren wir:

„...das sich auf dem Strandbad befindliche städtische Gaststättengebäude war bis Ende Februar 2004 zum Betrieb einer Gaststätte und mehreren Verkaufsständen verpachtet. Der Pachtvertrag wurde aus unterschiedlichen Gründen nicht verlängert.

Bereits im Jahre 1999 hatte der Hauptausschuss beschlossen, für den Betrieb der Gaststätte einen Investor zu suchen, der die an dem Gebäude erforderlichen Investitionen vornimmt und einen Ganzjahresbetrieb ermöglicht.

Mit der Eichbaum Brauereien AG wurde nunmehr ein Investor gefunden. Erste Presseberichte über die vorgesehene „Erlebnisgastronomie“ und z.B. 800 geplante Sitzplätze im typischen Biergartenstil haben für Unruhe in der Bevölkerung gesorgt.“

Zu dem Ortstermin kamen auch Vertreter der Bürgerinitiative „Freunde des Strandbades“ sowie der Lokalen Agenda 21. Infolge Erkrankung des zuständigen Sachbearbeiters musste die Eichbaum leider kurzfristig absagen. Fraktionsvorsitzender Dr. Frank Mentrup begrüßte die Stadträte Karin Steffan und Helmut Wetzel und hielt auch gleich ein kurzes Eingangsreferat. Demnach war das Strandbad schon immer ein Problemkind und die Zuständigkeiten bei der

 

Stadtverwaltung auch nicht immer klar. So sind das Liegenschaftsamt und das Sport- und Bäderamt in unterschiedlicher Weise für das Strandbad zuständig.

Die Entscheidung für die Vergabe an die Eichbaum fiel schon vor längerer Zeit ganz unspektakulär im Grundstücksausschuss. Politisch, so Mentrup weiter, sei die Sache „fast“ entschieden. Mentrup erkannte wohl, dass an heißen Tagen im Strandbad alles zusammenbricht. Der Anfahrtsweg ist zu schmal, es gibt zu wenig Parkplätze, Ver- und Entsorgung allein der Strandbad-Gaststätte sind fast nicht möglich, und schließlich sind die sanitären Einrichtungen ein weites Feld.

Die Initiative der Freunde des Strandbades forderte eine schnelle Lösung, vertritt aber auch die Meinung, dass die bisherigen 300 Sitzplätze ausreichend waren, eine Aufstockung auf 800 Sitzplätze also nicht erforderlich ist, zumal die Parkplätze oft schon heute nicht ausreichen. Außerdem setzt sich die Initiative für den Erhalt der in den 20er Jahren im letzten Jahrhundert gebauten Strandbad-Gaststätte ein. Es wurde bedauert, dass dieses Gebäude im Bauhausstil nicht unter Denkmalschutz gestellt wurde.

Mit einem umfangreichen Fragebogen kam Bernd Landmann von der Lokalen Agenda 21 zum Ortstermin. Weil aber kein Vertreter der Eichbaum bei dem Ortstermin war, konnten diese noch nicht beantwortet werden.
Soweit sich die Fragen an den Gemeinderat und die Stadtverwaltung richteten, zeigte sich Mentrup sehr verhandlungsoffen. So kritisierte die Agenda den geplanten Verleih von Liegen und Strandkörben als unsozial. Mentrup bemerkte, er habe aber auch schon gehört, dass ein solcher Verleih von vielen Strandbadbesuchern gefordert werde.

Ob die langfristige Verpachtung im Wege der Erbpacht an die Eichbaum nicht schon ein „Verkauf“ ist, der dem Vermächtnis von Carl Reiß zuwiderlaufe, wusste Mentrup aus dem Stehgreif auch nicht zu sagen.
Die Eichbaum hat zugesagt, baldmöglichst zu einem neuen Ortstermin einen Vertreter zu schicken, um die anstehenden Fragen zu klären. Da auch viele Rheinauer zu den Besuchern des Strandbades gehören, werden die Rheinau Nachrichten über den Fortgang berichten. helo


 

13.8.2004

 

 
NAN

Zum Antrag der CDU Gemeinderatsfraktion zum Thema Strandbad

Auf den ersten Blick liest er sich gar nicht 'mal so negativ, der Antrag der CDU: ”Die Verwaltung wird aufgefordert, im Hinblick auf das Verkehrsaufkommen in Richtung Stollenwörthweiher und Strandbad ein Konzept zu erarbeiten, das die Entlastung der Hauptachsen Rheingoldstraße und Neckarauer Waldweg zum Ziel hat. Dabei sollen das Angebot des ÖPNV sowie die Erfordernisse des Individualverkehrs Berücksichtigung finden".

Ein Schelm, wer Böse dabei denkt? Meine Erfahrungen jedenfalls in Sachen politisches Taktieren lassen es ratsam erscheinen, auf der Hut zu sein. Es könnte sich durchaus für die CDU der Schluss aufdrängen dass das Konzept der Verwaltung sich als zu teuer und uneffektiv erweist, so dass eine Verkehrsentlastung mittels ÖPNV nicht infrage kommt. Angesichts des zu erwartenden zusätzliche Verkehrsaufkommens nach Eröffnung der Strandbad-Gastronomie wird sich das Problem Verkehrsbelastung verschärfen - und schon sind wir wieder bei der Aufeldquerung.

Im Gutachten zum Verkehrsentwicklungsplan (VEP) wird die Aufeldquerung als wenig geeignetes Mittel zur Beseitigung des hohen Verkehrsaufkommens in Neckarau bewertet, da der überwiegende Verkehr aus dem belasteten Gebiet selbst stammt oder dorthin strebt. So sieht denn auch der VEP diese Straße nicht vor. Auf Betreiben der CDU wurde nun die Abstimmung über den VEP im Gemeinderat auf September 2004 vertagt. - Es erscheint nicht mehr ganz so abwegig, dass der VEP in der jetzigen Form vom Gemeinderat abgelehnt wird. Verweisen mochte ich in diesem Zusammenhang auf den Artikel im MM. Hierin äußert sich die CDU unmissverständlich pro Aufeldquerung – wohlgemerkt gegen den erklärte Willen der Mehrheit der Neckarauer Bevölkerung.

Mit einer überdimensionierte Gaststätte am Strandbad entsteht zusätzliche Verkehr von außen eine neue Situation und willkommenes Argument für die CDU, Befürworterin der Aufeldquerung. Natürlich kostet auch eine solche Straße Geld. Wo jedoch ein politischer Wille ist, gibt es auch (im wahrsten Sinne des Wortes) einen Weg. Oder es findet sich übe kurz oder lang ja ein Sponsor ....

Bösartig Unterstellung, das Ganze? - Ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen
Marliese Landmann

Viele Diskussionen und Meinungen um das Strandbad

Seit in den Medien über das Konzept des neuen Investors Eichbaum berichtet wurde, sind die Neckarauer Bürger aufgeschreckt und machen sich Sorgen um das Strandbad. Vereinigungen und Parteien haben sich positioniert, eine neue Bürgerinitiative wurde gegründet es gab Lokaltermine und Protestaktionen. Die Bürger vermissen umfassende Informationen, und in der Tat, hieb- und stichfeste Fakten über Details des neuen Konzepts gibt es derzeit noch nicht. An Stelle einer spekulativen Berichterstattung, die Emotionen schürt, hat die NAN beschlossen, diese Fakten abzuwarten und in der nächsten Ausgabe ausführlich über die Entwicklung am Strandbad, die bedenkenswerten Aspekte und vorgeschlagenen Konzepte zu berichten. cm
 

13.8.2004

 

  
Radio - SWR 1

Statt baden im Meer - Baden im Fluss
"Wir stellen Ihnen einige der schönsten Ausflugsziele im Sendegebiet vor. Wie wär’s zum Beispiel mit einem erholsamen Tag direkt am Rhein? SWR1-Reporterin Nicoletta Prevete war in Mannheim im Strandbad und hat für uns den "Erholungs- und Genussfaktor" getestet."
 
www.swr.de/swr1/bw/sendungen/abend/2004/08/12/index.html
www.swr.de/ Moderation zum Thema "Urlaub zu Hause" (Real-Player erforderlich)
 

12.8.2004

 

  
Mannheimer Morgen

"Natur genießen, ohne bevormundet zu sein"

Die Geschichte des Strandbades beginnt mit einer großherzigen Stiftung des Consuls Carl Reiß

Am Strandbad in Neckarau bahnt sich Ärger an. Um der dahin siechenden Bewirtschaftung am "Mannheimer Lido" einen neuen Impuls zu geben, will die Stadt die Gaststätte mitsamt einem Areal für die Bewirtung der Eichbaum-Brauerei auf Jahrzehnte hinaus in Erbpacht überlassen. Zwar ist noch nicht im einzelnen bekannt, was die Bierbrauer mit dem Gelände vorhaben, ob sie die Gaststätte sanieren oder eine neue bauen, wie sie die Freiluft-bewirtung ausdehnen wollen, und ob sie dort überhaupt Großereignisse (Events) planen, dennoch wächst das Misstrauen in Neckarau bis zur Ablehnung. Immer wieder wird in den verschiedenen Gremien in Neckarau der Wunsch nach einer ausführlichen Information deutlich hörbar.

Und da sowohl die Stadt als auch die Eichbaum bislang mit Informationen geizten, ließ sich die Lokale Agenda 21 Mannheim-Neckarau in einer öffentlichen Veranstaltung vom Stadtarchivar a.D. Friedrich Teutsch erklären, was es mit dem Vermächtnis von Carl Reiß auf sich hat, der vor mehr als 100 Jahren die Fasaneninsel -sie sollte später nach ihm Reißinsel genannt werden - der Stadt überlassen hat. Der Geschichtsforscher Teutsch, der sich mit de Stiftung eingehend befasst hat, kommt zu dem Schluss, dass der im Testament festgehaltene und auch mündlich geäußerter Wille von Consul Carl Reiß vor allem zwei wichtige Punkte umfasste: Der Charakter des Waldes sollte erhalten bleiben, kein Baum der Axt zum Opfer fallen und der Mannheimer Bevölkerung sollte eine Erholungsstätte geboten werden, in der sie "die Natur genießen kann, ohne von der Polizei bevormundet zu werden", wie die Neue Mannheimer Zeitung nach einem Rundgang von Carl Reiß mit dem Bürgerausschuss festgehalten hatte.

Und noch etwas habe der Consul verfügt, betonte Teutsch: Wenn die Stadt das Gelände etwa für einen Neubau oder eine Erweiterung von Hafenanlagen benötigen sollte, so müsse sie für Ersatz von parkähnlichem Erholungsareal, ähnlich wie auf der Reißinsel innerhalb der Stadtgrenzen sorgen. Keine einfache Forderung in der heutigen Stadt, die wesentlich dichter bebaut ist als an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert.

Das Gebiet auf dem sich heute das Strandbad ausdehnt war ein Teil der Stiftung. Ob es im Sinne von Consul Reiß ist, lässt sich nicht mehr feststellen. Tatsache ist, dass die Stadt bereits in der Mitte der 20-er Jahre des vergangenen Jahrhunderts beschloss, einen Teil der geschützten Natur auf der Reißinsel abzutrennen und dort einen Erholungsbereich anzulegen. Das Strandbad erfreute sich bald einer großen Beliebtheit. Zumindest blieb es im Sinne von Carl Reiß ohne Einschränkungen und kostenlos zugänglich. jan
 

7.8.2004

 

  
Mannheimer Morgen

Neckarau besorgt um den "Lido"
Geplante Verpachtung der Gastronomie ruft Protest hervor

Eigentlich wollte Bernd Landmann nur für Informationen sorgen, doch dann sah er sich genötigt zu handeln. Nach einem Vortrag von Stadtarchivar a.D. Friedrich Teutsch über das Vermächtnis von Carl Reiß wurde der Vorsitzende der Lokalen Agenda 21 Mannheim-Neckarau aus der Versammlung in der überfüllten Gaststätte des Volkshauses aufgefordert, bei der Stadt massiven Protest einzulegen. Es ging um die Zukunft des Strandbades, des "Mannheimer Lido". Die Gaststätte soll wie berichtet mitsamt einem Grundstück an die Eichbaum-Brauerei verpachtet werden.

Der Vertrag ist noch nicht unterschrieben, doch jetzt schon zweifeln die Mitglieder der Lokalen Agenda, dass er im Einklang mit dem Vermächtnis von Carl Reiß steht. Es werde, so die Begründung in einem Schreiben an die Stadtverwaltung, "gegen den explizit ausgesprochenen Willen des Stifters, dem Naturschutz auf dem vermachten Gelände höchste Priorität einzuräumen verstoßen". Landmann und seine Mitstreiter gehen von einer zunehmenden Kommerzialisierung des Geländes sowie einer zusätzlichen Belastung der Natur durch Autoverkehr. Das alles widerspreche dem sozialen Gedanken, der hinter der Schenkung von Carl Reiß stehe. Der Verein kündigt an, eine eigene rechtliche Bewertung der Verträglichkeit vom beabsichtigten Vertrag und dem Vermächtnis von Carl Reiß vornehmen zu lassen.

Bürgermeister Rolf Schmidt versteht die Aufregung nicht. Auf Anfrage teilt er mit, dass von den 102 000 Quadratmetern, die zum Strandbad gehören "lediglich" 3003 Quadratmeter der Eichbaum in Erbpacht überlassen würden: die bisherige Gaststätte und das Gelände auf dem sich der Minigolf erstreckt. Es sei weder an "Event-Gastronomie" noch laute Musikbeschallung gedacht. Dies verbiete sich durch die Bestimmungen des Landschaftschutzgebietes. Schmidt: "Es wird wird dem Strandbad nichts weggenommen, und es kommt nicht mehr hin als dort bereits war."

Der Bürgermeister räumt allerdings ein, dass es noch an Informationen in breiter Bevölkerungkreisen mangeln mag: "Aber so bald die Eichbaum-Brauerei bereit ist zu einer Vertragsunterzeichnung, werden wir die Öffentlichkeit vor Ort ausführlich informieren", versichert er. jan
 

7.8.2004

 

  
Mannheimer Morgen


 

6.8.2004

 

  
Mannheimer Morgen

Verkehrsforum erhält Preis

NECKARAU: Umweltengagement

Freude beim Verkehrsforum Neckarau: Die Organisation gewann einen Umweltpreis der Stadt Mannheim. Für die bürgerschaftliche Mitarbeit am Verkehrsentwicklungsplan überreichte Umweltbürgermeister Quast den Mitgliedern die Urkunde und das Preisgeld von 300 Euro. "Das ist für uns neue Motivation, auch in der Umsetzungsphase weiter zu machen" freut sich Markus Rebmann, des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) im Forum.
Das Verkehrsforum besteht seit dem Sommer 2003. Mitglieder des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), der lokalen Agenda 21 MA-Neckarau und des VCD haben sich zum Ziel gesetzt, sich mit Neckarauer Bürgern und Vertretern der Parteien für nachhaltige Mobilität im Stadtteil einzusetzen. Wie Rebmann erklärt, hätten sie inzwischen Vorschläge für die Verbesserung der Verkehrssituation in Neckarau erarbeitet, die der städtischen Verkehrsplanung zur Überprüfung auf Machbarkeit vorgelegt worden sei. Als Grundlage hätten das von der Stadt in Auftrag gegebene Verkehrsgutachten und die eigenen Erfahrungen gedient.

Das Verkehrsforums tagt öffentlich, die Mitarbeit aller Bürger ist erwünscht. Die Treffen am 20. September, 18. Oktober und am 15. November beginnen jeweils um 20 Uhr im Volkshaus Neckarau, Rheingoldstraße 47-49.

Rebmann betont, dass es darum gehe, den von den Bewohnern selbst verursachten Verkehr in Neckarau so zu gestalten, dass niemand in seinem Wunsch nach Mobilität beeinträchtigt wird. Gleichzeitig sollen die Belastungen durch den Autoverkehr aber auch für die Anwohner der stark befahrenen Durchgangsstraßen erträglich bleiben. Das will man durch attraktivere Fußwege, die stärkere Förderung des Radfahrens im Stadtteil und durch einen besseren öffentlichen Nahverkehr erreichen. Eine Forderung des Forums war beispielsweise, an den Wochenenden die Benutzung der Busse und Bahnen innerhalb des Stadtteils kostenlos für die Stadtteilbewohner anzubieten.

6.8.2004

 

  
Mannheimer Morgen

Das Stopp der CDU zum Verkehrsplan löst Ärger aus
NECKARAU: Christdemokraten wollen Änderungen erarbeiten / Engagierte Bürger werfen ihnen bisherige Untätigkeit vor

Von unserem Redaktionsmitglied Jan Cerny

Eigentlich schien der Verkehrsentwicklungsplan für Neckarau auf dem Weg durch die politischen Instanzen gebracht worden zu sein. Doch dann trat - wir berichteten kurz - die CDU im Gemeinderat auf die Bremse. Noch bevor die entsprechende Beschlussvorlage im Ausschuss für Umwelt und Technik zur Beratung kam, beantragten die Christdemokraten eine Verlegung auf den Herbst. "Wir sehen noch Beratungsbedarf", erklärte Fraktionsvorsitzender Dr. Sven-Joachim Otto. Und die Neckarauer Stadträtin Gabriele Egler-Huck vermisste eine Lösung für die "Verkehrsproblematik am Strandbad".

Die Nachricht löste im Stadtteil einen Aufschrei aus. Die SPD wirft der CDU vor, sie ignoriere den Willen der Bevölkerung, so die Stellungnahme von Fraktionsvorsitzendem Dr. Frank Mentrup. "Damit stößt die CDU nicht nur die Fachleute vor den Kopf", urteilt das Verkehrsforum. Und die Lokale Agenda 21 Mannheim-Neckarau mutmaßt, was auch andere Organisationen mehr oder weniger direkt äußern, dass die CDU gegen den Willen der Bevölkerung doch noch eine Straße durch das Aufeld in die Verkehrsplanung einfließen lassen will.

Das aber weist die Stadträtin Egler-Huck weit von sich: "Die Unterstellung einiger, man wolle durch die Vertagung der Vorlage nur erreichen, dass still und leise eine Straße durch das Aufeld errichtet werde, entbehrt jeglicher Grundlage und geht an der Sache total vorbei", erklärt sie eindeutig. In ihren Augen habe die Verwaltung keinen Verkehrsentwicklungsplan vorgelegt, sondern "einen so genannten Maßnahmenkatalog". Vieles daraus sei wichtig und wünschenswert, doch bezweifelt die Kommunalpolitikerin, dass "die vorgeschlagenen Maßnahmen wirklich zu einer Entlastung des Verkehrs in Neckarau und dort besonders im Ortskern beitragen". Die Konzeption beinhalte lediglich Einzelmaßnahmen ohne Blick für das Ganze. In ihren Augen "konnte bisher keine wirkliche Diskussion über mögliche Verkehrsentlastungen, -führungen und alternativen geführt werden".

Gerade das stößt aber auf Unverständnis. Die Neckarauer SPD-Stadträtin Karin Stefan: "Der Plan wurde in einem fünf Jahre währenden und aufwendigen Prozess erarbeitet, unter intensiver Beteiligung vieler Neckarauer Bürgerinnen und Bürger und mit großem Engagement von Bezirksbeiräten, Lokaler Agenda und weiteren Organisationen". Der Entwicklungsplan sei ein gelungenes Werk, das in vorbildlicher Weise, kompetent, demokratisch und in einem offenen Prozess erstellt worden sei. Die Vorschläge seien in kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen gegliedert, sie sollen - entsprechend einer Prioritätenliste und mit Blick auf die Finanzierungsmöglichkeiten - umgesetzt werden. "Wir wissen nicht, was es da jetzt noch neu zu klären gibt", wundert sich Stefan.

Der Sprecher des Verkehrsforums Neckarau, Markus Rebmann, und seine Mitstreiter zeigen sich verärgert, "weil die CDU-Gemeinderatsfraktion mit den Stadtratsvertreterinnen Gabriele Egler-Huck und Gertrud Lang sich in den letzten Jahren aus jedweder öffentlichen Beteiligung an der Sacherörterung im Gegensatz zu anderen Parteien enthielten: "Keine öffentliche, thematische Stellungnahme, kein Meinungsaustausch mit den Gruppen, nichts", deklamiert das Verkehrsforum. Nicht einmal die Offenlage des Entwicklungsplan-Entwurfs habe die CDU zu Stellungnahmen genutzt.

Die soll nun laut Egler-Huck über den Sommer erarbeitet werden. Die Stadträtin kündigt an, dass die CDU bis zum Herbst einen Änderungsantrag erarbeiten und dann vorlegen will.
 

6.8.2004

 

  
Leserbrief an MM und Stadmagazin meier - 05. 08. 2004

Stellungnahme und Leserbrief zu einem Artikel im Stadtmagazin "meier"

Verwirrspiel ums Mannheimer Strandbad
"meier" Das Stadtmagazin, August 2004, Seite 22

Demokratie ist die Herrschaft des Volkes, das heißt die Macht liegt bei den Bürgern. So lernt man es in der Schule und als Demokrat glaubt man daran. Eines Tages muss man allerdings den Satz eines Büroleiters im Dezernat I, zuständig für städtische Liegenschaften, im Stadtmagazin Meier lesen, nach dem "die Beteiligungsmöglichkeiten irgendwo ein Ende haben müssen, damit auch mal eine Entscheidung getroffen werden kann", so der zitierte Büroleiter Michael Schnellbach.

Nun mag das im Einzelfall durchaus zutreffen, nur in Bezug aufs Strandbad ist die Äußerung völlig daneben. Bis heute hat es die Verwaltung trotz der Bitte des Bezirksbeirates Neckarau im März diesen Jahres nicht einmal für nötig gefunden, die Bürger aus erster Hand zu informieren, geschweige denn an einer Entscheidung zu beteiligen. An welcher Stelle genau muss für Herrn Schnellbach denn wohl die Bürgerbeteiligung ein Ende haben? Mit der Wahl, an der dieses Jahr noch 41% der WählerInnen teilgenommen haben. Ist dann 5 Jahre lang Mund halten angesagt, damit die Verwaltung Entscheidungen treffen kann? Zum Beispiel Entscheidungen derart, dass man in Eintracht mit der Mehrheit des Gemeinderates ein Gebäude im Besitz der Mannheimer Bevölkerung, für das jahrzehntelang Pacht bezahlt wurde und das die Stadtverwaltung für die Bürger verwaltet, so verfallen lässt, dass nun ein Investor gebraucht wird, der es wieder richtet. Und das, weil unsere städtischen "Entscheider" das eingenommene Geld nicht zusammenhalten konnten.

Zudem unterschrieb die Stadt 1998 die Charta von Aalborg. Dort heißt es zum Thema Bürgerbeteiligung: "Wir werden dafür Sorge tragen, dass alle Bürger und interessierten Gruppen Zugang zu Informationen erhalten und es ihnen möglich ist, an den lokalen Entscheidungsprozessen mitzuwirken." Dasselbe steht übrigens auch in der Gemeindeordnung Baden-Württemberg.

Die Äußerung des Büroleiter wirft ein entsprechendes Licht auf ihn und auf seinen Dezernenten Rolf Schmidt, der sich derzeit um das Amt des 1. Bürgermeisters bewirbt und der bei einer öffentlichen Bezirksbeiratssitzung im März, eine Beantwortung der Fragen des Bezirksbeirates zum Strandbad verweigerte.

Insofern müssen die beiden Herren wohl daran erinnert werden, dass die Bürger der Souverän sind, dem sie zu dienen und nicht zu bevormunden haben.

Dieter Netter
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Gießenstraße 16
68199 Mannheim
Tel (0621) 857458
Fax 01212-5-12009524
 


 

  
E-Mail von:


 

Stadt Mannheim verhökert Vermächtnis von Carl Reiß

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Mitglieder der Lokalen Agenda 21 MA-Neckarau e. V.,


gestern, am 04.08.2004, hatten wir interessierte BürgerInnen zum Vortrag des Stadtarchivars im Ruhestand Friedrich Teutsch ins Volkshaus geladen.
Heute wissen wir, dass die verantwortlichen Amtsträger der Stadt Mannheim das Vermächtnis von Carl Reiß sträflich missachten.

Wie Herr Teutsch in seinem Vortrag in der überfüllten Volkshaus-Gaststätte in Neckarau darlegte, hat Carl Reiß ganz deutlich in seinem Vermächtnis festgelegt, dass das von ihm zur Verfügung gestellte Gelände, dazu zählt auch das Gebiet des Strandbades, jedermann (und –frau) kostenlos zur Verfügung zu stellen ist. Es sollte naturbelassen bleiben und dürfte nur in ganz genau bezeichneten Ausnahmefällen anderweitig genutzt werden.
Die Eichbaum Brauerei AG ist als solcher Ausnahmefall jedoch nicht genannt.
Schon gar nicht, dass diese Brauerei oder ein von ihr verpflichteter Pächter ein für die Allgemeinheit gestiftetes Gelände zur massenhaften Nutzung von Biergartenplätzen, zu vermietenden Grillplätzen und Strandkörben sowie zur Durchführung von "Events" nutzen darf.

Bereits vor knapp 100 Jahren war für Carl Reiß klar, dass er die Natur schützen und den Mannheimer Bürgern ein kostenloses Refugium zur Erholung bieten wollte.

Die Besucher der Veranstaltung mit Friedrich Teutsch nehmen dessen Aufforderung ernst, die Stadt Mannheim an deren Verpflichtung nach Anerkennung des Vermächtnisses Reiß zu erinnern.
Ob die Verantwortlichen wach geküsst oder denn eher geschüttelt werden müssen, wird die Zukunft weisen..

Überhaupt scheint der Umgang mit Vermächtnissen durch die Stadt Mannheim im Argen zu liegen. Herr Teutsch hat diesbezüglich einen Bürgerausschuß oder adäquate Einrichtung angeregt, welche regelmäßig auf die Einhaltung der durch Vermächtnisse eingegangener Verpflichtungen achtet...

Nach Beendigung des Vortrages im Rahmen des öffentlichen Teils der Vorstandssitzung der Lokalen Agenda 21 MA-Neckarau e.V. wurde auf Drängen der Versammlung eine Resolution erarbeitet, die zu veröffentlichen ist.

Wir werden Sie weiterhin auf dem Laufenden halten.

Mit freundlichen Grüßen

i.A. Bernd Landmann

Vorsitzender Lokale Agenda 21 MA-Neckarau e.V.
Tannhäuserring 73,  D-68199 Mannheim
Tel. 0621 / 81 83 18 (priv.) oder 0621 / 174-5119 (gesch.)

Bilder von der Veranstaltung

Resolution

Lokale Agenda 21 MA-Neckarau fordert Stopp der Pläne zum Strandbad

Aus Anlass des geplanten Vertragsabschlusses zwischen der Stadt Mannheim und der Brauerei Eichbaum, die Gastronomie am Strandbad betreffend, verabschiedete der Vorstand der Lokalen Agenda 21 am 4.8.2004 die folgende Forderungen:

  • Die Bürgerschaft soll über die Pläne für die Gastronomie am Strandbad informiert und zu ihren Wünschen gehört werden. Vorher soll der beabsichtigte Erbpachtvertrag mit der Brauerei Eichbaum von der Verwaltung nicht unterzeichnet werden
     
  • Die Verwaltung soll eine rechtliche Prüfung vornehmen, ob der angestrebte Erbpachtvertrag und die geplante Gastronomie am Strandbad mit dem Text des Vermächtnisses und dem mündlich geäußerten Willen des Stifters Reiß in Einklang steht. Die Ergebnisse dieser Prüfung sollen der Bevölkerung vorgestellt werden.

Begründung

Im Rahmen einer außerordentlichen öffentlichen Vorstandssitzung am 4.8.2004 stellte Herr Stadtarchivar im Ruhestand Friedrich Teutsch das schriftlich vorliegende Vermächtnis von Consul Carl Reiß vor und ergänzte es um die von Reiß mündlich getätigten Willensbekundungen.

Mit den nun bekannten Details des Vermächtnisses kommt der Vorstand der Lokalen Agenda 21 MA-Neckarau und kamen auch die anwesenden BürgerInnen zu dem Schluss, dass der geplante Vertrag aus verschiedenen Gründen dem Vermächtnis von Carl Reiß zuwider handelt:

  • Gegen den explizit ausgesprochenen Willen des Stifters, dem Naturschutz (Umweltschutz) auf dem vermachten Gelände höchste Priorität einzuräumen, wird mit dem beabsichtigten Vertrag verstoßen. Durch die beabsichtigte größere Bewirtschaftung entstehen direkt mehr Belastungen für die Natur und Umwelt, die auch vermeidbar wären. Durch zusätzlichen Autoverkehr nehmen Lärm und Belastungen durch Autoabgase definitiv zu. Andere Umweltbelastungen kommen dazu. Auch in Anbetracht der Tatsache, dass die Stadt Mannheim der Europäischen Union die Reißinsel als FFH Gebiet gemeldet hat, ist dies nicht hinnehmbar.
     
  • Die durch den mit der Firma Eichbaum geplante Vertrag zunehmende Kommerzialisierung ist weder durch eine Stelle im Vermächtnis noch durch mündliche Aussagen von Reiß in irgendeiner Form gedeckt. Im Gegenteil, auch dies widerspricht dem expliziten Wunsch des Stifters, das Gelände zum Nutzen der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen. Es widerspricht auch dem sozialen Gedanken, der hinter der Schenkung von Carl Reiß steht.

Auf Grund der dargelegten Argumente behält sich der Verein Lokale Agenda 21 MA-Neckarau vor, eine eigene rechtliche Bewertung der Kompatibilität von beabsichtigten Vertrag und dem Vermächtnis von Reiß vornehmen zu lassen.

Der Agendaverein erinnert die Verwaltung daran, dass die Stadt 1998 die Charta von Aalborg unterschrieb. Dort heißt es zum Thema Bürgerbeteiligung: "Wir werden dafür Sorge tragen, dass alle Bürger und interessierten Gruppen Zugang zu Informationen erhalten und es ihnen möglich ist, an den lokalen Entscheidungsprozessen mitzuwirken." Der Agendaverein fordert die Stadtverwaltung auf, sich an den diesbezügliche Auftrag des Gemeinderates zu halten und für eine Bürgerbeteiligung, wie sie beispielsweise auch bei der Verkehrsentwicklungsplanung funktioniert, zu sorgen.



 


04. August 2004

Die Neckarauer SPD unterstützt grundsätzlich die Pläne zur Verbesserung der Strandbad-Gastronomie und zur Aufwertung des einmaligen Naherholungsgebietes. Wir begrüßen auch, dass sich ein Mannheimer Investor gefunden hat, der bereit ist, das marode und vom Zerfall bedrohte Gebäude zu sanieren. Unsere Unterstützung ist jedoch mit folgenden Bedingungen verknüpft:

  1. Es muss eine Konkretisierung der Anzahl der Plätze in der Außenbewirtschaftung (Biergarten) vorgenommen werden. Außerdem sollte der Biergarten an der derzeitigen Stelle eingerichtet werden, um den Ruhe und "Lärmbereich" auch optisch und akustisch voneinander zu trennen. Die ruhesuchenden Strandbad-Gäste sind in der Regel stromabwärts von der Strandbad-Gaststätte zu finden. Dann kann auch das bisherige Minigolfgelände als Liegebereich genutzt werden.
     
  2. Grundsätzlich wird die Einrichtung von Grillstationen sowie die Bereitstellung von Grillgut und Getränken zum Abholpreis begrüßt. Neben den Grillstationen soll jedoch auf dem entsprechend ausgewiesenen Gelände weiterhin Grillen erlaubt sein.
     
  3. Das Ausleihen von Liegen bzw. Strandkörben wird unterstützt sofern auch hier keine Reglementierung der anderen Strandbadgäste erfolgt. Die Außenbewirtschaftung an der Strandbad-Gaststätte und das Ausleihen von Strandkörben dürfen nicht zu einer Reduzierung der Freiflächen bzw. Absperrung von gewissen Bereichen am Strandbad führen.
     
  4. Die Nahverkehrsanbindung in das Strandbad muss auf Grundlage des neuen Konzeptes überprüft und verbessert werden. Wenn sich die Investitionen der Firma Eichbaum am Strandbad rechnen sollen, dann ist
    dies natürlich mit einem höheren Verkehrsaufkommen Richtung Strandbad nicht nur während der Sommermonate verbunden. Dies muss der Neckarauer Bevölkerung klar und unmissverständlich gesagt werden. Zum Strandbad führen nur eine Rheingoldstraße und nur ein Franzosenweg! Da helfen auch Diskussionen zur Verbreiterung der Rheingoldstraße oder Schaufensteranträge zum Verkehrskonzept Strandbad nicht weiter. Wer den Verkehr Richtung Strandbad reduzieren will, muss das Nahverkehrsangebot dorthin attraktiver gestalten und den Individualverkehr am Strandbad einer Parkraumbewirtschaftung oder einer intensiven ordnungsrechtlichen Kontrolle unterziehen. Ansonsten bleibt an den heißen Wochenenden der Verkehrs- bzw. Autokolapps am Strandbad weiterhin bestehen. Die Neckarauer SPD wendet sich jedoch ausdrücklich gegen eine Ausweitung der bisherigen Pkw-Parkfläche am Strandbad.
     
  5. Das bisherige Gaststättengebäude soll soweit wie möglich erhalten werden. Sofern dies wegen der mangelhaften Bausubstanz nicht möglich sein sollte, soll sich der Neubau eng an die Gestaltung des bisherigen Gebäudes anlehnen.
     
  6. Die Maßnahmen müssen ohne Einschränkung Natur- und Landschaftsschutzverträglich sein. Das Vermächtnis von Dr. Carl Reiss ist einzuhalten. Das Strandbad liegt inmitten eines Landschaftsschutzgebietes zwischen zwei Naturschutzgebieten. Alle drei Gebiete unterliegen einem besonderen Schutz. Die Verordnung der unteren Naturschutzbehörde über das Landschaftsschutzgebiet Waldpark legt klar fest, dass im Schutzgebiet Änderungen verboten sind, welche die Landschaft verunstalten oder die Natur schädigen oder den Naturgenuss beeinträchtigen. Deswegen sind wir an der schriftlichen Stellungnahme des Kreisbeauftragten für Naturschutz und Landschaftspflege zu den beabsichtigen Maßnahmen am Strandbad interessiert. Dr. Carl Reiss hat in seinem Testament festgelegt, dass die so genannte Fasaneninsel bei Neckarau „auf ewige Zeiten erhalten bleiben soll und den Einwohnern meiner Vaterstadt zur Erholung dienen soll. Die Insel soll immer in einem Zustand erhalten werden, welcher dieser Bestimmung in zweckmäßiger Weise entspricht.“ Weiterhin hat er festgelegt, dass die „Insel möglichst in dem jetzigen Zustand zu erhalten ist und der öffentlichen, allgemeinen Benützung unentgeltlich zu übergeben“ ist. Die Neckarauer SPD will geklärt wissen, ob das Nutzungskonzept der Eichbaum-Brauerei insbesondere unter dem Aspekt der unentgeltlichen Nutzung kompatibel mit Wort und Geist des Testamentes von Dr. Carl Reiss ist.

Darüber hinaus haben wir zur gegenwärtigen politischen Diskussion im Zusammenhang mit den Plänen zur Strandbad-Gaststätte folgende Anmerkungen zu machen:

  • Einem solchen Projekt inmitten eines sensiblen Landschaftsschutzgebietes muss eine umfassende Bürgerbeteiligung und rechtzeitige Information des Bezirksbeirates vorgeschaltet werden. Die Neckarauer SPD
    fordert, dass vor Vertragsunterzeichnung mit der Firma Eichbaum und vor Erteilung der sich daraus ergebenden gaststättenrechtlichen Konzession und vor Genehmigung eines Bauantrages eine Beratung im Bezirksbeiratentsprechend den Vorgaben der Hauptsatzung der Stadt Mannheim und der Geschäftsordnung für die Bezirksbeiräte stattfindet. Die Verpflichtung, wichtige Angelegenheiten, die einen Stadtbezirk betreffen, vor der Beschlussfassung im zuständigen Bezirksbeirat zu beraten wird zur Farce, wenn der Bezirksbeirat erst nach Beschlussfassung des zuständigen nicht-öffentlich tagenden Wirtschafts- und Grundstücksausschusses informiert wird.
     
  • Dazu passt die Meldung, dass auf Antrag der CDU in der letzten Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Technik die Beschlussfassung über den Neckarauer Verkehrsentwicklungsplan auf den Herbst vertagt wurde, da die CDU laut MM die Vorplanungen für eine zukünftige Aufeldquerung nicht aufgeben will. Will die CDUGemeinderatsfraktion
    durch die Hintertür wieder die Straße durch das Aufeld ins Spiel bringen? Es darf nicht gestattet werden, das
    verstärkte Verkehrsaufkommen Richtung Strandbad als Vehikel für die von ihr gewünschte Aufeldquerung ins Feld zu führen.
    Auch nach den Kommunalwahlen sollte die CDU-Gemeinderatsfraktion die 7.500 Unterschriften für den Erhalt des Aufeldes und für seine Ausweisung als Landschaftsschutzgebiet endlich akzeptieren. Die große Mehrheit der Neckarauer Bevölkerung will das Aufeld erhalten.
     
  • Das gastronomische Konzept hinsichtlich seiner Öffnungszeiten, seiner Nutzung während des gesamten Jahres und seiner geplanten Veranstaltungen muss vor Erteilung der gaststättenrechtlichen Erlaubnis der Bürgerschaft und dem Bezirksbeirat vorgestellt werden.
     
  • Die Neckarauer SPD wünscht sich vor Schaffung von Fakten eine offene und ehrliche Diskussion über die künftige Nutzung der Strandbad-Gastronomie unter Berücksichtigung der Aspekte des Naturschutzes, der Erhaltung des Strandbades als unentgeltliches Naherholungsgebiet für breite Bevölkerungsschichten und der wirtschaftlichen Interessen des Investors, der nur gewinnen kann, wenn das künftige Nutzungskonzept von einem breiten Konsens getragen wird. Der auf der Basis eines breiten und intensiven Dialogs gut gestaltete Prozess beim Verkehrsentwicklungsplan in Neckarau hat beispielhaft deutlich gemacht, dass einvernehmliche Diskussionsprozesse möglich sind, die letztlich von den politischen Entscheidungsträgern aber auch so beschlossen werden sollten.
     
  • Zu diesem Prozess gehört auch, dass die umfangreichen Fragen aus dem Bezirksbeirat, der „Freunde des Strandbades“ sowie des Vereins Lokale Agenda 21 Mannheim- Neckarau beantwortet bzw. Diskussionsräume für offene oder strittige Punkte geschaffen werden.
     


 

 
Brief an den Oberbürgermeister

Isabella Nohe
68199 Mannheim,
Kleine Str. 7

4. August 2004

An den Oberbürgermeister
der Stadt Mannheim
Herrn Gerhard Widder


Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

mit Entsetzen haben meine Familie und ich von den Ausbau-Plänen der Stadt und der Eichbaum-Brauerei am Strandbad in Neckarau erfahren. Es soll offenbar der Eichbaum ein Erbpachtrecht für Jahrzehnte eingeräumt werden, was bedeuten würde, daß diese ein Verfügungsrecht über das (ganze?) Strandbadgelände eingeräumt bekommt.

Nach unserem Verständnis steht dieses Vorgehen in direktem Gegensatz zu dem Willen des Konsul Reiss. Die Reiss-Insel und das Strandbad sind Eigentum der Bürger der Stadt Mannheim, ein kostenloser Zugang ist testamentarisch festgelegt, sowie der Verpflichtung zum Erhalt der Insel als Naturschutzgebiet. Die Pläne der Eichbaum, so sie denn scheibchenweise ans Tageslicht kommen, sind damit in keiner Weise vereinbar. Dies insbesondere vor dem Hintergrund, dass hier ein erheblich vergrößertes Gebäude, ein riesiger Biergarten, Grillanlagen und Strandkorbparade geplant sind, was den Ausbau des Parkplatzes (gegen Entgelt??) logischerweise nach sich ziehen muß.

Zudem erscheint uns eine Vergabe eines Grundstücksteils per Erbpacht durch die Stadt Mannheim bei den vorgegebenen testamentarischen Bedingungen rechtlich als gar nicht möglich.

Es befremdet zudem sehr, daß der Gemeinderat, gewählt zum Wohl der Bürger der Stadt zu agieren, hier zum Wohl eines Wirtschaftsbetriebes gegen den ausdrücklichen Willen der Bevölkerung und ohne diese überhaupt sachlich zu informieren Entscheidungen trifft, die hoffentlich juristisch nicht haltbar sind. Es befremdet weiter, dass die Entscheidungsträger der Stadt Mannheim der Diskussion mit der Bevölkerung offensichtlich und ganz sicher mit Absicht aus dem Weg gegangen sind und weiter gehen wollen. Schon allein der Gedanke an die zusätzliche Verkehrsbelastung (die rollenden Diskos am Wochenende sind jetzt schon unerträglich!)  lässt einem die Haare zu Berg stehen!  Das Strandbad und die Reissinsel sowie die darum liegenden schützenswerten Gebiete sollten  und sollen der Erholung der Bevölkerung dienen und nicht dem Ärgernis, schon gar nicht dem Profit Einzelner oder eines Unternehmens.

Die Aussage eines Mitarbeiters vom Baurechtsamt, schon vor einigen Tagen (also vor einem evtl. Vertragsabschluß mit Eichbaum) getätigt, ist erschreckend: „Die Eichbaum hat am Strandbad das Hausrecht !“ (bezogen auf einen „Informationstermin“ am Strandbad mit dem drohenden Hinweis, Demonstrationen gefälligst zu unterlassen). Diesem Mitarbeiter mögen Sie bitte mitteilen, dass das Hausrecht am Strandbadgelände von den Bürgern Mannheims ausgeübt wird! Ein solcher vorauseilender Gehorsam ist völlig unnötig, wirft aber ein bezeichnendes Bild darauf, wie die Verhandlungen mit Eichbaum abgelaufen sein mögen.

Es ist  im übrigen bei einer solchen Einstellung absehbar, dass die geplanten „Großevents“, die angeblich im einzelnen von demselben Amt genehmigt werden sollen, mit dem gleichen vorauseilenden Gehorsam bedient werden.

Nur am Rande sei erwähnt, dass es ein legales Mittel der Demokratie ist, Meinungen öffentlich kund zu tun, zumal in diesem Fall   - leider -  durch das Verhalten der Stadtverwaltung gar keine andere Möglichkeit geblieben ist. Hier werden Entscheidungen hinter dem Rücken Betroffener gefällt, die uns als Anwohner, Freunde des Strandbads, Naturliebhabern, Erholungsuchende ... angeht. Das Vorgehen der Stadtverwaltung ist ganz ausgesprochen schlechter Stil und wird unsere Verdrossenheit noch steigern.

Daß auch das Ansehen der Eichbaum-Brauerei unter diesen Gegebenheiten nicht gerade gefördert wird, sollte Ihnen  - besonders aber den Verantwortlichen der Brauerei -  auch klar sein.

Warum wurden die Bürger nicht informiert ?  Warum wurden wir nicht gefragt ?
Warum werden die Aussagen von Experten in den Wind geschlagen ( zudem Umweltschützer, BUND usw). ? 

Nun bleibt noch die Frage: cui bono?  Was haben wir, was die Stadt von diesem Deal ? Können Sie uns eine einzige vernünftige Erklärung zu all diesen Fragen geben ?

Wir werden uns jedenfalls mit allen zu Gebote stehenden Mitteln gegen diesen Wahnsinn zur Wehr setzen !!

gez.
Isabella Nohe
 


 

 
Pressemeldung

Lokale Agenda 21 MA-Neckarau e.V.
Dieter Netter (Beisitzer/Medienbeauftragter)
T (p) 0621-857458, Mobil 0160-6285361, Fax 01212-512009524
E-Mail: dieter.netter@t-online.de
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2. August 2004

Einladung zur außerordentliche Vorstandssitzung der Lokalen Agenda 21 MA-Neckarau zum Thema

Strandbad und der Bedeutung des Vermächtnisses der Geschwister Reiß für die Bürger der Stadt Mannheim

Am Mittwoch, den 4. August trifft sich um 19 Uhr Volkshaus Neckarau (Rheingoldstraße 47-49) der Vorstand der Lokalen Agenda 21 MA-Neckarau zu einer Sondersitzung. Die 9 Vorstände um den Vorsitzenden Bernd Landmann und seinen Stellvertreter Rudolf Höcker wollen sich ein genaueres Bild über die Planungen der Stadtverwaltung zur neuen Bewirtschaftung der Strandbadgaststätte machen.

Dazu gehört auch, sich über das Vermächtnis der Geschwister Reiß, welches auch das Gelände des Neckarauer Strandbades umfasst, zu informieren. Dafür konnte man Herrn Stadtarchivar im Ruhestand Friedrich Teutsch gewinnen, der gerne für die Beantwortung von Fragen zur Verfügung stehen will. Thema seines Referates wird das Vermächtnis der Geschwister Reiß für die Bürger der Stadt Mannheim sein. Seine geschichtliche Betrachtung will Friedrich Teutsch auch vor den Hintergrund der aktuellen Strandbadplanung stellen. Wegen den Bedenken des Vereins, dass schon über die Sommerferien von der Verwaltung am Strandbad Fakten geschaffen werden sollen, ist die Vorstandssitzung ausnahmsweise öffentlich. Gerne sähe man, wenn viele interessierte BürgerInnen teilnehmen würden. Im Gegensatz zur Verwaltung und zu Teilen der Parteien im Gemeinderat will die Agenda 21 einen breiten Diskurs in der Bevölkerung zur Zukunft des Strandbades, und dazu gehört nach den Regeln der Bürgerbeteiligung auch Information der Menschen im Stadtteil.

Die Agenda 21, das weltweite Handlungsprogramm für eine "nachhaltige Entwicklung", wurde 1992 in Rio de Janeiro von rund 180 Staaten unterzeichnet. Nachhaltig heißt: wirtschaftlich, ökologisch und sozial verträglich. Oder anders gesagt: nicht das Kapital aufbrauchen, sondern von den Zinsen leben. Die lokale Agenda Mannheim-Neckarau setzt sich dafür ein, dass möglichst viele BürgerInnen an einer nachhaltigen Entwicklung vor Ort mitarbeiten, vom einzelnen Projekt bis zum Handlungsprogramm für den Stadtteil Neckarau.

Auch die Stadt Mannheim hat sich mit der Unterzeichnung der Charta von Aalbourg in Dänemark im Jahr 1998 verpflichtet, die Agenda 21 unter der Beteiligung der BürgerInnen umzusetzen.

Wir bitten um die Veröffentlichung der Einladung und um die Aufnahme in den Terminkalender Ihrer Zeitung.
Wir würden uns freuen Vertreter der Medien bei unserer Veranstaltung begrüßen zu dürfen.
Mit freundlichen Grüßen
Dieter Netter