Rettet das Strandbad
 
Home Newsletter Presse Briefe Archiv Bilder Kontakt MASTRA e.V.

 


Presse
 
 

  Presse November 2004


 


 

Neckau Almenhof Nachrichten

 
 


26. Nov. 04

 

MM Leserbriefe
 
Text Thomas Herth
 
MM 19.11.04 - 2

19. Nov. 04

 
MM Leserbrief

gaststätte desolat
 
Text Thomas Herth
 

13. Nov. 04

 

 
MM Leserbrief

  Text Gertrud LangLang
 

13. Nov. 04

 

  

Eklat bei der Bezirksbeiratssitzung in Neckarau
Vertreter der Firma Eichbaum verließen vorzeitig die Versammlung

Gebäuderückseite
Die 80 Jahre alte Strandbadgaststätte - vor dem Abriss?
 

„Dies ist die Sitzung mit der kürzesten Tagesordnung, die ich seit Jahren hatte“, eröffnete Sitzungsleiter Bürgermeister Rolf Schmidt die jüngste öffentliche Bezirksbeiratssitzung im Volkshaus. Neun Stadträte und ebenso viele Verwaltungsleute sowie zwei Vertreter der Firma Eichbaum waren anwesend, ebenso eine große Zahl von Zuhörern, unter ihnen Repräsentanten der Lokalen Agenda 21 und der Bürgerinitiative „Freunde des Strandbads“ sowie des BUND. Einziges Thema des Abends war die Vorstellung des neuen Strandbadkonzepts.

„Am Strandbad soll nicht der größte Biergarten der Nation entstehen“, beteuerte Schmidt immer wieder, ebenso wenig sei eine Eventgastronomie geplant, vielmehr bleibe die genutzte Fläche mit Gaststätte und Kinderspielplatz unverändert.

Unter den Bewerbern hatte das Konzept der Firma Eichbaum nach Vorgaben der Stadtverwaltung am meisten überzeugt, das gesamte Areal mit Gaststätte, Spielplatz, Grillplätzen und Toiletten zu sanieren, wobei der Umweltschutz und das Vermächtnis von Carl Reiss vorrangig zu berücksichtigen waren, so der Chef des Liegenschaftsamtes, Rolf- Martin Kögel. Dem Investor, der dort eine siebenstellige Summe investiert, soll das Gelände für 60 Jahre in Erbpacht überlassen werden. Eichbaum-Verkaufsdirektor Rainer Heilmann erläuterte, häufi g unterbrochen von wütenden Zwischenrufen aus dem Publikum, die Details des dreiteiligen Konzepts. Das 80 Jahre alte Gebäude sei Gutachten zufolge nicht mehr zu retten, so dass ein Abriss unumgänglich ist; das neue Gebäude soll jedoch ein ähnliches Aussehen haben, wobei auch dem unvermeidlichen Hochwasser Rechnung getragen werde. Geplant sei eine nutzerfreundliche Gastronomie im Ganzjahresbetrieb (im Sommer täglich, im Winter an den Wochenenden) für verschiedene Bevölkerungsschichten und Geldbeutel. Im Obergeschoss soll ein Restaurant in mediterranem Stil mit gut-bürgerlicher Küche installiert werden, im Erdgeschoss ein Kiosk mit Eis, Pommes und kleinen Snacks. Der öffentliche Grillbereich wird ebenfalls in das Konzept einbezogen, indem Grillgut, Kohle und andere Materialien sowie gekühltes Bier zu Getränkemarkt- Preisen vorgehalten werden. Ferner soll ein Biergarten von April bis Oktober betrieben und Aktionsfl ächen beim Kinderspielplatz eingerichtet werden. Die Gaststätte wie die Toiletten werden behindertengerecht ausgestattet. Die in der Vorlage für den Grundstücksausschuss genannten 800 Plätze im Biergarten seien eine Maximalzahl im Rahmen der Vertragsbedingungen, versuchte Heilmann die hitzige Debatte wieder zu versachlichen, zunächst müsse geprüft werden, was wirtschaftlich überhaupt sinnvoll ist. Das vorgestellte Grobkonzept könne in Details verändert werden, gab er sich kompromissbereit.

Dieses Angebot wurde in der anschließenden Fragerunde jedoch wenig geschätzt. Trotz der Versuche vieler Bezirksbeiräte und des Sitzungsleiters, die extrem aufgeheizte Stimmung zu mäßigen, wurde ein Dialog oft schon im Ansatz durch aggressive Zwischenrufe einer lautstarken Minderheit im Keim erstickt. Die Sorge vieler Bürger drückte sich dagegen in sachlichen Fragen nach den Maßnahmen für ein befürchtetes erhöhtes Verkehrs-Aufkommen oder nach den beabsichtigten Großveranstaltungen aus. Auch Kritik an der mangelnden Informationspolitik der Verwaltung im Vorfeld war immer wieder zu hören.

Als die tumultartige Debatte zu eskalieren drohte, verließen die Eichbaum-Vertreter verärgert die Sitzung mit der Ankündigung, nicht gegen den Willen der Bürgerschaft zu bauen, und dem Angebot, im Jahr 2005 das Gespräch fortzusetzen, wenn die Verkehrsprobleme gelöst und sich alle Gruppierungen einig seien, was sie wollen. Zum Ende der Sitzung nach Mitternacht sagte Bürgermeister Schmidt die Einsetzung einer Arbeitsgruppe zu, in der Mitglieder der Verwaltung, des Gemeinderats und des Bezirksbeirats sowie der Bürgerschaft vertreten sein sollen. cm

Meine Meinung
Chance verpasst

Nach langem Suchen hat die Stadt in der Firma Eichbaum endlich einen Investor gefunden, der das heruntergekommene Strandbadgelände samt Gaststätte mit beachtlichen Summen zu sanieren bereit ist. Mit Recht fühlen sich viele Neckarauer nicht genügend und nicht rechtzeitig über die Planungseinzelheiten informiert. Bei der jüngsten Bezirksbeiratssitzung wäre Gelegenheit gewesen, Fragen, Kritik und Bedenken, das Bauvorhaben betreffend, an den entscheidenden Stellen loszuwerden. Doch diese Chance wurde weitgehend verpasst, da Teile des Publikums nicht willens oder in der Lage waren, eine sachliche politische Auseinandersetzung auszutragen. Mit Beschimpfungen und der Missachtung der einfachsten Regeln des Anstands ist niemandem gedient. Die Sorgen vieler Bürger um die Entwicklung am Strandbad sind nachvollziehbar und müssen gehört werden. Doch letztlich macht der Ton die Musik. Von der sonst gut entwickelten konstruktiven Streitkultur der Neckarauer konnte durch das permanente Störmanöver einer Minderheit bei der Sitzung keine Rede sein. Ein unwürdiges Schauspiel für Neckarau und ein Bärendienst für die Sache. Claudia Meixner

5. Nov. 04

 

  
Nr. 9
Thema Strandbad
Vorerst keine Veränderungen

(Haka)- Die wichtigste Info zur geplanten Strandbadumgestaltung vorab. Der Vertrag zwischen der Stadt und ihrem Wunschpächter Eichbaum-Brauerei ist noch (lange?) nicht unterzeichnet! Die chaotisch verlaufende Bezirksbeiratssitzung am 20. Oktober im Neckarauer Volkshaus, brachte anfangs lange vemisste Informationen, danach viel Aufregung und hochgekochte Emotionen, bis hin zum Auszug der Investoren von der Firma Eichbaum. Ein sicher einmaliger Vorgang!, aber sie brachte leider keine »verwertbaren« Ergebnisse. Im Gegenteil: Eichbaum will die vertragsorientierten Verhandlungen einseitig solange aussetzen, bis die Stadt ihre »Hausaufgaben« auch wirklich gemacht hat. Herr Heilmann, als Vertreter der Mannheimer Brauerei, verdonnerte die Stadtverwaltung dazu, die Vorstellungen der Bürger zukünftig besser auszuloten, um dann frühestens 2005 die Vertragsverhandlungen auf optimierter Basis fortsetzen zu können.

Darf ein Investor solche Forderungen (und im dieser Form) überhaupt stellen? Hat die Stadt (wirklich) alles richtig gemacht? Haben die Lokale Agenda 21 und die »Freunde des Strandbads« ihre erreicht? Können schlechte Vorbereitungen, abgestellte Mikrofone, Skepsis, Argwohn und aufgeheiztes Messerwetzen zu einem sinnvollen Ergebnis führen?

Nicht wirklich, denn es bleibt zuerst mal die Erinnerung an eine, von vielen Zwischenrufen gestörte und insgesamt unorganisiert wirkende Veranstaltung. Die Stadt hatte die Brisanz der Thematik wohl unterschätzt, sodass im Rahmen der Präsentation auch die durchaus existierenden Vorteile einer Neubebauung am Strandbad schließlich im Chaos abtauchten.

Erster Bürgermeister und Sitzungsleiter Rolf Schmidt hatte immer größere Schwierigkeiten, die Veranstaltung in geordneten Bahnen zu halten. Auch die Verkehrsproblematik wurde lange wie der »heiße Brei« umschlichen, um nach heftigster Nachfrage dann doch vorsichtig formuliert beantwortet zu werden. Es soll keine Parkplatzerweiterung direkt am Strandbad geben. Wer trotzdem mit dem Auto kommen will, muss im Ernstfall damit rechnen, eben keinen Parkplatz zu finden Basta!

Ein Ausbau der Verbindungen mit dem öffentlichen Nahverkehr wird weiter angedacht und außerdem da war man sich mit den Kritikern einig, gibt es ja noch das gute alte Fahrrad! Die über 50 Gäste in Saal, neun Stadträte gehörten dazu, zeigten sich stark verunsichert und wollten den Versprechen der Vertragspartner keinen Glauben schenken. Eine städtische Beschlussvorlage diente u. a. Bernd Landmann, Vorsitzender der Lokalen Agenda 21, als Beweis dafür, dass es die Stadt mit ihren Bürgern »nicht ehrlich« meint und fürchtet Nachteile für Familien, wenn das Gelände erstmal unter der Kontrolle des Investors ist. Und wer zahlt für die begleitenden (Bau) Maßnahmen rund um den Neubau? (Wege, Promenade, Toiletten)

Die meisten Anwesenden zeigten sich tief beeindruckt vom vorzeitigen Abgang der beiden Eichbaum-Vertreter und suchten, orientierungslos geworden, wie Stadtrat Prof. Loos treffend feststellte, »verzweifelt nach einem Happy End«. Wohl auch deshalb gab Bürgmeister Schmidt schließlich zu erkennen, dass er zukünftig für mehr Transparenz sorgen will. Die Mitbestimmung der Bürgerinitiativen soll durch Arbeitsgruppen verbessert werden; nach kurzem Zögern konnte sich Rolf Schmidt diesem Vorschlag aus den Reihen der Bezirksbeiräte, trotz formaler Bedenken, dann doch nicht langer entziehen. Eine weitere Bezirksbeiratssitzung speziell zu diesem Thema wurde gefordert und bis dahin sollte nicht nur geklärt sein, ob die Besucher am Strandbad für ihr Sonnenbad unbedingt Strandkörbe brauchen.
 

Nov. 04