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Presse
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Presse Januar/Februar 2005
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MM Leserforum
Gegen jede Vernunft
Zum Thema: Strandbad
Dem Artikel und dem treffenden Kommentar dazu (vom 26.1.05 Red.) ist eigentlich nichts hinzuzufügen, denn genau dies ist auch die Meinung der seit letzten Sommer bestehenden "Initiative zur Rettung des Strandbads" und der mehr als tausend Bürger aus der Region, die mit ihrer Unterschrift diese Meinung bekräftigt haben.
Nur scheint dies alles die Stadtverwaltung und die Volksvertreter im Gemeinderat nicht zu beeindrucken: Wie den für den Erhalt eines volkstümlichen Strandbads eintretenden Initiativen am 24. 1. 2005 durch die Stadtverwaltung eröffnet worden ist, wird dort der Vertrag mit der Eichbaum weiter verfolgt, ohne dass Änderungen an deren Konzeption im Sinne des Zeitungsberichts überhaupt zur Debatte stünden.
Dies, obwohl es kein Gutachten gibt, das einen Abriss des Gebäudes rechtfertigt. Und obwohl es von fachkundiger Seite mindestens eine nachvollziehbare Alternative zur Sanierung gibt, die ein viel ausgewogeneres Verhältnis zwischen Investition und Ertrag erkennen lässt.
So weit darf die Macht einer demokratischen Bürgerschafts-Vertretung einfach nicht gehen, dass sie gegen jede Vernunft und gegen die Interessen ihrer Bürger die Kronjuwelen einer Stadt verhökern kann, wie dies hier leider befürchtet werden muss.
Gerd Heidenreich
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8. 2. 05
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DIE WELT - Berlin und Brandenburg
Das große Aufräumen hat begonnen
Die Sanierung im Strandbad Wannsee läuft auf Hochtouren. Die Stiftung Denkmalschutz investiert 8,5 Millionen Euro - größtenteils aus Spenden

Mitarbeiter von Hochtief brechen Beton des
Treppen-
abgangs auf Foto: Schulz
Berlin - Das Knattern des Presslufthammers hallt durch die winterliche Stille am Wannsee. Steine und Schutt fliegen in einen Container. An den Treppen wird gehämmert. Im Sommerbad ist von Winterschlaf keine Spur: Im Strandbad Wannsee hat das große Aufräumen begonnen - und wird noch mindestens zwei Jahre dauern. Im Mai 2007, wenn Europas größtes Binnenseebad 100 Jahre alte wird, sollen die Arbeiten beendet sein.
Ein Gang über das Gelände hält so manche Überraschung bereit. Dort ein alter wackliger Holzschuppen, hier ein abgestellter Imbisswagen, da ein künstlich aufgeschütteter Hügel - alles beim Ausholzen zu Tage gekommen. Helmut Engel von der Stiftung Denkmalschutz kann nur mit dem Kopf schütteln über die jahrelange Vernachlässigung des geschichtsträchtigen Bades. Für ihn gibt es deshalb nur eine erste Sofortmaßnahme: Ordnung schaffen. Die ersten Resultate sind bereits zu sehen. Besonders stolz ist Engel auf den wiederhergestellten "Panoramablick auf die Berliner Ostsee". Auch die Aussichtsplattform, die von Büschen zugerankt war, gibt den Blick wieder frei auf Schwanenwerder, Kladow und die Pfaueninsel. Genau wie um 1920.
Während sich vor allem ABM-Kräfte um das Erscheinungsbild des Geländes kümmern, sind am Haus A die Mitarbeiter von Hochtief am Werk. Das ehemalige Umkleidegebäude ist eingerüstet. Es gehe zunächst darum, die Substanz in Ordnung zu bringen, erläutert Engel. Bis zum Mai sollen die Arbeiten beendet sein. Nach der Saison folgt Haus C. Die anderen Gebäude B und D wurden bereits saniert.
Etwa 8,5 Millionen Euro investiert die Stiftung Denkmalschutz Berlin in die Sanierung des maroden Bades. Diese Summe soll zum Großteil von Sponsoren und Spendern kommen. Eine erste Aktion mit der Berliner Stadtreinigung ist angelaufen. Wer 5000 Euro spendet, kann ein Jahr lang einen Müllwagen mit seinem Bild oder einem Spruch verzieren. Etwa 40 BSR-Fahrzeuge sind dafür bereits unterwegs. Bereits 400 000 Euro seien an die Bauunternehmen bezahlt worden, so Reinhard Müller, Schatzmeister der Stiftung. Der größte Teil stamme aus Ratenzahlungen der Firma DSM-Megaposter, die für die Aufstellung der Werbemonumente zuständig ist.
Auch bei den Berliner Bäderbetrieben, die mit vier Millionen Euro aus dem Landeshaushalt Leitungen für Wasser, Gas und Strom instand setzen, laufen die Arbeiten. Bäderchef Klaus Lipinsky rechnet damit, dass die Ausschreibung für das Restaurant Lido in den nächsten Tagen rausgeht. Noch nicht unterzeichnet sei auch ein Kooperationsvertrag zwischen Stiftung und Bäderbetrieben. Der Bezirk Steglitz-Zehlendorf sitzt als derzeitiger Eigentümer des Bades bei allen Verhandlungen mit am Tisch. Nach der Novellierung des Bäderanstaltsgesetzes soll das Strandbad in den Besitz der Bäderbetriebe übergehen.
Von Katrin Lange
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1. 2. 05
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Mannheimer Morgen
Strandbad-Pläne noch unausgegoren
Eichbaum-Biergarten auch in der Saison 2005 als Provisorium /
Verbände legen Ökogutachten vor

Eventgastronomie oder volkstümliche Naherhohlung?
Am Strandbad scheiden sich weiterhin die Geister.
Jetzt gibt ein Gutachten des Umweltforums neuen Zundstoff.
Bild: Tröster
Von unserem Redaktionsmitglied Thorsten Langscheid
Der provisorische Strandbad-Biergarten wird wie in der vergangenen Saison auch im Sommer 2005 in Betrieb sein. Dies kündigte Rolf-Martin-Kögel, Chef des Rathaus-Fachbereichs Liegenschaften, auf "MM"-Anfrage an. Die im vergangenen Jahr heftig umstrittene Dauer-Vermietung der leer stehenden Traditions-Gaststätte per Erbbau-Vertrag an die Eichbaum-Brauerei, so Kögel weiter, sei zwar "fertig ausgehandelt, aber noch nicht unterschrieben". Wann es zum formalen Abschluss kommen wird, ließ Kögel offen.
Das Umweltforum Mannheimer Agenda 21 legte inzwischen eine Studie vor, die dringend ein "übergreifendes Nutzungskonzept" für das gesamte Strandbad empfiehlt. "Wir müssen über das Gastronomie-Konzept ebenso reden wie über die Zukunft des Campingplatzes, die Entsiegelung der Beton-Promenade und den Autoverkehr", fasst Oliver Decken, Geschäftsführer des Forums, die von Umweltplaner Walter Simon (Mosbach) angefertigte Untersuchung zusammen. (hier mehr ->)
Die Pläne der Eichbaum-Brauerei sind es, welche die Kritiker auf den Plan rufen. Ob Lokale Agenda 21, der Förderverein Mannheimer Strandbad (Mastra), Initiative "SOS Strandbad" oder Bund für Umwelt und Naturschutz (Bund), alle sind sich einig in der Forderung: "Eine Strandbad-Gaststätte ja, aber keine Groß-Gastronomie mit Massen-Events." Genau darauf würden die Pläne der Eichbaum allerdings hinauslaufen, befürchten die Akteure vor Ort. Statt volkstümlich mit Schnitzel, Wurstsalat und Weizenbier wollen die Bierbrauer ein Café-Restaurant im mediterranen Stil mit vollem Speise- und Getränke-Angebot im Strandbadgebäude, einen Biergarten mit etwa 800 Sitzplätzen, eine "Aktionsfläche" für Sommerfeste und Beach-Volleyball-Veranstaltungen sowie einen auch öffentlich zugänglichen Grillplatz einrichten. Auf Nachfrage des "MM" antwortete Eichbaum gestern leider nicht.
Eine Verringerung oder Beeinträchtigung der vorhandenen Erholungsflächen, gar eine "schleichende Privatisierung des Strandbades" befürchten die Initiative SOS Strandbad und der Verein Mastra, massive Umweltprobleme sehen die Vertreter von Bund und Agenda 21. Arnold Cullmann, Sprecher des Umweltverbands: "Die Parkplätze reichen nicht aus, der Besucherdruck auf das Strandbad wird weiter zunehmen und Erholungssuchende vertreiben." Ganz zu schweigen von dem enormen Zuwachs an Autoverkehr, den ein Lokal mit 800 und mehr Sitzplätzen anzieht. Bernd Landmann von der Neckarauer Agenda 21: "Das hat auch Folgen für die Anwohner an den Zufahrtsstraßen!" Derzeit sind 250 Parkplätze am Strandbad vorhanden - an guten Tagen zu wenig für den Besucherandrang.
Die Naturschutzgebiete Reißinsel und Silberpappel sowie der unter Landschaftsschutz stehende Waldpark hätten unter der geplanten Großgastronomie stark zu leiden, fürchtet Cullmann, seine Mitstreiter Barbara Straube (Mastra) und Lutz Walzel (SOS Strandbad) wollen generell den volkstümlichen Charakter der Naherholungseinrichtung erhalten. Dabei müsse die Stadt auch den Stifterwillen von Carl Reiß berücksichtigen: "Das Strandbad sollte zur 400-Jahrfeier 2007 wieder zu einem Schmuckstück der Stadt, zum Mannheimer Lido, werden!", fordern sie.
Dass sie mit ihrer Auffassung, die Stadt dürfe die Gaststätte auf Grund der Bestimmungen im Reiß'schen Testament von 1911 gar nicht an Dritte verpachten, auch bei der Kommunalaufsicht des Karlsruher Regierungspräsidiums kein Gehör fanden, damit halten Bernd Landmann und die Strandbadfreunde nicht hinterm Berg. Trotz der Abfuhr aus Karlsruhe halten sie die dauerhafte Verpachtung - immerhin auf 60 Jahre - an die Brauerei für eine Privatisierung und damit für einen Bruch mit dem Willen von Carl und Anna Reiß.
© Mannheimer Morgen - 26.01.2005
Kommentar
von Thorsten Lanscheid
Unter hohem Druck
Verriegelt und verrammelt.
Wann öffnet die Strandbadgaststätte wieder ihre Pforten?
Das Strandbad muss so schnell wie möglich wieder als volkstümliche Naherholungsstätte für alle Mannheimer zugänglich werden - daran darf es nicht den leisesten Hauch eines Zweifels geben. Und wenn die Mannheimer Traditionsbrauerei Eichbaum dann dort ihr Bier anbietet, umso besser. Zu befürchten steht allerdings, dass die von den Bierbrauern geplanten Investitionen von immerhin rund einer Million Euro sowie die verhältnismäßig hohen monatlichen Pachtzinsen (immerhin rund 1175 Euro) einen derart hohen wirtschaftlichen Druck erzeugen, dass von einem gemütlichen Saisongeschäft mit Wurstsalat und Weizenbier ganz schnell keine Rede mehr sein wird.
Das Eichbaum-Konzept sieht fürs Strandbad vielmehr von vornherein einen stark Event-bezogenen ganzjährigen Gastro-Betrieb vor, in dem eine Veranstaltung die andere jagen wird. Das wäre natürlich gut fürs Geschäft, aber leider schädlich für die empfindliche grüne Lunge Mannheims. Und genau deshalb wurden früheren Pächtern der Strandbadgaststätte von der Stadt derartige Events zu Recht untersagt. Und warum das Rathaus weder ein vernünftiges Verkehrs- noch ein tragfähiges Nutzungskonzept fürs Strandbad vorlegt, bleibt seit vielen Jahren ein Geheimnis.
Thorsten Langscheid
© Mannheimer Morgen - 26.01.2005
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26. Jan. 05
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Neckau Almenhof Nachrichten
Strandbad fehlt im Maßnahmenkatalog der Verwaltung
Verkehrsentwicklungsplan Neckarau im Gemeinderat diskutiert
Nachdem vor der Sommerpause von der CDU im Gemeinderat die Abstimmung über den VEP Neckarau wegen Klärungsbedarf verhindert worden war, haben die Neckarauer CDU-Stadträte und Bezirksbeiräte, wie angekündigt, Ergänzungen zu dem Maßnahmenkatalog vorgelegt. Dazu gehört vor allem die behinderten-gerechte Gestaltung der Morchfeldunterführung, die Entzerrung des Knotens Mallau- /Morchfeld /Floßwörthstraße durch verkehrslenkende Maßnahmen, ein neuer Straßenbelag für die Schulstraße sowie die Umgestaltung, des Marktplatzes. Außerdem sollen Geh- und Fahrwege für Fußgänger und Radfahrer durch Bordsteinabsenkungen optimiert sowie der Verkehr in der Steubenstraße durch Umschalten der Ampeln auf Anforderungsschaltungen außerhalb der Hauptverkehrs-zeiten flüssiger werden.
Viele Vorschläge des Maßnahmenkatalogs sind nach Ansicht der CDU-Stadträte sinnvoll und wünschenswert, kritisiert wird jedoch, dass dem fließenden Verkehr in dem Werk nicht Rechnung getragen werde, ein Konzept für den Strandbadverkehr gänzlich ausgespart sei. Gerade auch angesichts des geplanten Bewirtschaftungskonzepts am Strandbad forderte die CDU bereits im Sommer 2004 eine Entlastung der Hauptverkehrsachsen Rheingoldstraße und Neckarauer Waldweg z. B. durch veränderte Ampelschaltungen, beginnend in der Steubenstraße, um Rückstaus zu verhindern, oder auch aktuelle Hinweistafeln zur aktuellen Parksituation und vor allem durch Optimierung des ÖPNV, damit das Angebot verstärkt genutzt wird. Auch für die Neckarauer SPD und die Grünen ist ein attraktiver ÖPNV Kernpunkt der Überlegungen, um ein Verkehrschaos an Spitzentagen am Strandbad zu verhindern. Nach Ansicht der SPD solle zusätzlich eine Parkraumbewirtschaftung mit intensiver Kontrolle des Individualverkehrs greifen. |
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Eine Erweiterung der Parkflächen am Standbad wird von allen Gruppierungen abgelehnt. Außerdem solle dem Landschaftsschutz und dem Vermächtnis des Stifters Carl Reiß Rechnung getragen werden. Ins gleiche Horn blasen auch die Grünen, die in einem Brief an OB Widder gar um Rücknahme des Beschlusses zur Bewirtschaftung der Strandbadgaststätte baten, da dieser "zahlreiche Probleme in den Bereichen Verkehr, Umwelt und Lärm mit sich bringe". In ähnliche Richtung zielen die detaillierten "Eckpunktforderungen zur geplanten Großgaststätte" der Lokalen Agenda 21, die zum Punkt Verkehr "wirksame Förderung des Umweltverbundes" durch zu Fuß gehen, Fahrrad fahren, ÖPNV-Nutzung und Einschränkung des Autoverkehrs fordert. Kritisiert wird das Fehlen einer Regelung für die zusätzlich notwendigen Stellplätze sowie einer Verkehrsverträglichkeitsprüfung. Nicht nur nach Meinung der Lokalen Agenda ist die Parkplatzkapazität mit insgesamt 250 Plätzen durch zu erwartendes hohes Verkehrsaufkommen am Strandbad zu gering; außerdem sei von anderen Einrichtungen an der Zufahrt wie Stollenwörthweiher, Rheingoldhalle, Reitgemeinschaft, Waldorfschule, etc. mit temporär erhöhtem Verkehrsaufkommen zu rechnen. Daher wird in Anlehnung an die Diplomarbeit von Bernd Bellemann aus dem Jahr 1990 die Sperrung des Franzosenwegs als öffentliche Zufahrtsstraße empfohlen. Der Idee der Sperrung schloss sich 1993 der Bezirksbeirat Neckarau und Lindenhof an und forderte in einem Antrag einstimmig die Einführung eines "saisonalen Umweltverbundes". Einen solchen könnte sich die Lokale Agenda an Wochenenden und Feiertagen in Neckarau vorstellen.
Diskussionsstoff für den avisierten runden Tisch ist genügend vorhanden. cm |
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21. Jan. 05
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Fortsetzung folgt.
Anmerkung der Internetredaktion:
Wer einen Leserbrief geschrieben hat, der nicht veröffentlicht worden ist: bitte an die Internetredaktion schicken, wir machen ihre Meinung öffentlich. Wer Presseartikel zu unserem Anliegen gesammelt hat, bitte uns zur Verfügung stellen, wir möchten sie hier im Pressearchiv darstellen. Auf Wunsch werden sie auch wieder zurückgeschickt. Fotos aus besseren Zeiten des Strandbades können wir auch gebrauchen.
An: SOS@strandbad-mannheim.de
oder: Lutz Walzel, Hans-Sachs-Ring 123, 68199 Mannheim, Tel.: 0621 855 902
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