Rettet das Strandbad  
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Presse
 
   

 
Presse Januar bis Juni 2006

 

 

Mannheimer Morgen

Strandbad: Widerstand gegen Eichbaum-Pläne

NECKARAU: Initiative überreicht dem OB 1200 Unterschriften

Von unserem Redaktionsmitglied Jan Cerny

Obwohl es nach der letzten Sitzung des Neckarauer Bezirksbeirates so ausgesehen hat, ist über die Zukunft der Gastronomie am Strandbad noch nicht das letzte Wort gesprochen. Gegen die Pläne der Eichbaum-Brauerei regt sich neuer Widerstand. Eine Initiative mit dem Neckarauer Günther Kirchner an der Spitze hatte über 1200 Unterschriften gesammelt und die Liste dem Oberbürgermeister Gerhard Widder überreicht. Kern der Forderung ist der Erhalt der noch stehenden, allerdings vernachlässigten Gaststätte.

Wie berichtet, hatte die Eichbaum in der öffentlichen Sitzung des Bezirksbeirates am 29. März ein Konzept vorgestellt, mit dem sich die Lokalpolitiker einverstanden erklärten. Die Brauerei geht davon aus, dass das heutige Gebäude nicht zu erhalten ist beziehungsweise nur mit einem großen finanziellen Aufwand, und deshalb soll es abgerissen werden. Stattdessen will das Mannheimer Unternehmen einen Pavillon hinstellen, der in den Sommermonaten am Strandbad bleibt und nach der Saison im Spätherbst abtransportiert wird, um in Frühjahr wieder hingestellt zu werden.

Von dieser Lösung zeigten sich zwar weder die Agenda 21 Mannheim-Neckarau noch die Initiative „Freunde des Strandbads” begeistert, beide stimmten ihr aber letztlich doch zu. Eine weitere Gruppe Neckarauer Bürger wollte sich damit aber nicht abfinden und initiierte die Unterschriftenaktion. Die Listen lagen zumeist in einigen Neckarauer Geschäften aus.

In wenigen Wochen kamen mehr 1200 Signaturen zusammen, was selbst Günther Kirchner überraschte. Bei der Übergabe im Rathaus erfuhr er, dass der Oberbürgermeister bereit ist, sich des Themas anzunehmen. Allerdings erwähnte Widder, dass bei solchen Initiativen oft Emotionen eine Rolle spielen, denen er die Wirtschaftlichkeit entgegensetzen müsse. Sollte aber die Initiative einen Investor finden, der bereit ist, die notwendige Investition und den Betrieb zu übernehmen, so bat der Oberbürgermeister um eine Mitteilung.

Unterdessen kündigten die „Freunde des Strandbads” ihre Zustimmung zu den Plänen der Eichbaum-Brauerei auf. Die Initiative habe Einsicht in Gutachten erhofft, die die Baufälligkeit des heutigen Gebäudes feststellen, sie aber bis heute nicht erhalten. „Die Firma Eichbaum hat inzwischen lediglich zwei Schreiben von Ingenieurbüros zur Verfügung gestellt, die Gutachten existieren anscheinend nicht”, mutmaßt Initiative-Sprecherin Martina Stamm und fordert von der Stadt ein unabhängiges Gutachten zum Gebäudezustand.

Mannheimer Morgen - Mitte

Neuer Widerstand am Strandbad

Mehr als 1200 Unterschriften sammelte eine Initiative in Neckarau für den Erhalt des Gastronomiegebäudes am Strandbad. Die Listen überreichte Günther Kirchner im Rathaus dem Oberbürgermeister Gerhard Widder. Wie berichtet, hatte die Eichbaum-Brauerei ein Konzept für die künftige Bewirtschaftung des Strandbades vorgelegt. Das Unternehmen will das noch bestehende, aber in einem schlechten Zustand befindliche zweistöckige Gebäude abreißen und an dessen Stelle in den Sommermonaten einen Pavillon aufstellen, der in den Wintermonaten wieder abtransportiert wird. Die Unterschriften-Initiative fordert indessen den Erhalt des seit 70 Jahren stehenden Restaurants mit einer Terrasse im oberen Stockwerk. Kirchner will einen Investor finden, der bereit ist, die Gaststätte in Schuss zu bringen und zu bewitschaften. Widder zeigte sich bereit, sich des Themas anzunehmen. Unterdessen fordern „Freunde des Strandbads” von der Stadt ein Gutachten, das den tatsächlichen Zustand des Gebäudes feststellt.
jan
 

-21. 06. 2006 

 

MANNHEIMER BLICK AM SONNTAG

Neckarauer Widerstand gegen Strandbadpläne

Aktion "Strandbad Neckarau hoch 1000" übergibt 1200 mal "Nein" an OB *

NECKARAU - Die Neckarauer Bürgerinnen und Bürger wehren sich gegen einen von Stadtverwaltung und Bezirksbeirat ausgeheckten Schildbürgerstreich. Das Strandbad-Terrassengebäude soll abgerissen und durch einen ebenerdigen Pavillon ersetzt werden.

Die Bürger fragen, warum das lieb gewonnene Strandbad-Terrassengebäude abgerissen werden muss und zweifeln die Bautenzustandsgutachten des Investors an. Sie wollen keine Verschandelung des Strandbades durch einen mobilen jährlich mindestens einmal ab- und wieder aufzubauenden ebenerdigen Pavillon. Die SPD-Fraktion im Gemeinderat möchte es nun auch genauer wissen und hat die Stadtverwaltung aufgefordert etwas Licht in die Sache zu bringen.

Die Bürger wollen das Terrassengebäude erhalten und sprechen sich für eine großzügige Modernisierung bis 2007 aus. Eine große Mehrheit der Bürger möchte sobald als möglich wieder ein gastronomisches Angebot auf der erhöhten Terrasse nutzen und den Blick über den Rhein schweifen lassen. Geschätzt wird auch das vertraute Gebäudeensemble, das dem Strandbad einen einzigartigen und unverwechselbaren Charakter verleiht. Selbstverständlich hätte auch niemand etwas gegen den Abriss, wenn ein vergleichbares zweigeschossiges Gebäude spätestens im Jubiläumsjahr 2007 errichtet würde.

Viele Neckarauer, aber auch Mannheimer Strandbadfreunde, können sich eine weitgehende Modernisierung vorstellen. So könnte der Oberbau durch ein Bistro in Leichtbauweise (Glas/Metallkonstruktion) und eine große und attraktive Terrasse mit Sonnensegeln auf der bestehenden Plattform (in Anlehnung an das Erscheinungsbild von 1927) ersetzt werden. Viele Bürger möchten einem Investor hier ausreichend Gestaltungsmöglichkeiten geben. Im Untergeschoß sollte der Kioskbetrieb weiter geführt werden.

Die Mannheimer Strandbadfreunde sind realistisch genug um zu wissen, dass die erforderliche Investition nur von einem privaten Investor kommen kann, da das Stadtsäckel leer ist. Fachleute halten die notwendige Betonsanierung und den behindertengerechten Zugang unter Renditegesichtspunkten für vertretbar.

Die bisherige Behandlung des Themas – unter anderem die Nichtherausgabe des Bautenzustandsgutachtens – hat zu einem Vertrauensverlust in die Stadtverwaltung geführt. Das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger kann nur durch Offenlegung und öffentliche Behandlung aller Fakten wieder hergestellt werden.

Die Aktion wird mit Fachleuten aus der Bürgerschaft die vorzulegenden Informationen – wie Plankosten, Bautenzustandsgutachten, Renditeerwartungen, Alternativen etc. – prüfen, gewichten und eine dem Willen der Bürgerinnen und Bürger entsprechende Empfehlung an den Gemeinderat geben.

Die Neckarauer Bürgerinnen und Bürger erwarten von allen Verantwortlichen, dass die notwendigen Informationen so zügig bereitgestellt werden, damit der Gemeinderat noch vor der Sommerpause – am 25. 7. – nach solider Abwägung der Fakten, eine dem besonderen Wert eines einzigartigen Gebäudeensembles und dessen Geschichte und dem Willen der Bürgerinnen und Bürger angemessene Entscheidung für das "Juwel Strandbad" treffen kann.

 

* Anm. d. Red.:
Bei der Aktion "Strandbad Neckarau hoch 1000" handelt es sich nicht um die Bürgerinitiative "Freunde des Strandbads"
 

-11. 06. 2006 

   

Neckarau Almenhof Nachrichten

Eichbaum sucht Konsens am Strandbad

Pavillon als neue Strandbadgaststätte
Vorstellung des Konzepts bei der Bezirksbeiratssitzung

Die Überraschung bei den Teilnehmern der jüngsten Bezirksbeiratssitzung unter Vorsitz von Erster Bürgermeisterin Mechthild Fürst-Diery im Volkshaus war groß, als Eichbaum-Verkaufsleiter Alexander Schulz zusammen mit Vertretern der Stadterwaltung das überarbeitete und gründlich abgespeckte Konzept der Strandbadgaststätte vorstellte.

Für die Realisierung im Frühjahr 2007 soll mit dem Investor Eichbaum ein Pachtvertrag über 10 Jahre und einer optionalen Verlängerung von zwei Mal 5 Jahren unterzeichnet werden. Das derzeitige Gaststättengebäude muss Gutachten zufolge auf Grund des schlechten Zustands abgerissen werden und wird durch einen ebenerdigen Pavillon in Containerbauweise ersetzt, nach dem Vorbild des Cafes im Rahmen des Grünprojekts in Ladenburg.

Darin soll eine Gaststätte im mittleren Preisniveau betrieben werden, die zusammen mit dem bewirtschafteten Außenbereich ca. 500 Plätze bietet. Daneben soll ein Kioskbetrieb eingerichtet und auch der Grillbereich gesteuert werden. Dafür investiert der Betreiber ca. 550.000 €; eine zweigeschossige Variante dieser Bauweise mit Stützpfeilern, die dem jetzigen Gebäude mehr angepasst wäre, hätte die doppelte Summe gekostet, vor allem auch, weil die Landesbauordnung eine barrierefreie Bauweise zwingend vorschreibt und daher Rampen oder ein Fahrstuhl installiert werden müssten, erläuterte Josef Krah vom FB Baurecht und Umweltschutz.

Foto aus NAN - 07. 04. 06Die neue Gaststätte ist als saisonaler Betrieb vorgesehen, d.h., der Pavillon wird im Frühjahr aufgebaut und vor Winteranbruch abtransportiert.

Die Bezirksbeiräte hielten sich mit Stellungnahmen zu dem Konzept zurück, damit die vielen anwesenden Neckarauer Bürger Gelegenheit hatten, ihre Fragen und Einwände loszuwerden. Nicht einverstanden war das Publikum mehrheitlich mit dem Abriss des alten Gaststättengebäudes. Kritik hagelte es auch an der eingeschossigen Variante, die das Flair des 80jährigen Gebäudes vermissen lasse. Vielmehr wurde die zweigeschossige Terrassenlösung gefordert, die jedoch angesichts der kurzen Pachtzeit zu teuer ist. Architekt Hans-Peter Mütsch hielt das Konzept eines Stadtjubiläums für unwürdig und schlug eine Verschiebung der Baumaßnahme über 2007 hinaus vor, um dann hochwertiger zu bauen. Doch die Sitzungsleiterin konnte keine Hoffnungen machen: „In zwei Jahren wird eher weniger Geld in der Stadtkasse sein als heute”. Nach heftiger Debatte und der Anmerkung des Eichbaum- Vertreters Schulz, dass man auch das frühere Konzept „niedergeschrieen” habe, fanden sich der Bezirksbeirat und die Kritiker zähneknirschend damit ab: immerhin habe man viele der Forderungen durchsetzen können, und im Sinne einer schnellen Realisierung sei die Pavillonlösung annehmbar, betonten Bernd Landmann von der Lokalen Agenda 21 und Martina Stamm, Sprecherin der Initiative „Freunde des Strandbads”. Die Verwaltung wird nun eine Vorlage erstellen, die zunächst im Hauptausschuss, dann im Gemeinderat beraten wird.

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-07. 04 .2006 

   

MANNHEIMER MORGEN

Eichbaum sucht Konsens am Strandbad
Neue Planungen sehen volkstümliche Bewirtschaftung in einem Pavillon vor

Von unserem Redaktionsmitglied Jan Cerny

Zwar haben sich die Wogen am Strandbad erst teilweise geglättet, trauern noch viele Neckarauer dem Gebäude mit dem Restaurant und der Terrasse über der Promenade nach, dennoch sieht es so aus, dass zum Stadtjubiläum 2007 zumindest ein repräsentativer Pavillon das 80 Jahre alte Bauwerk ersetzt, dem zwei Gutachter bescheinigen, dass es nicht wirtschaftlich saniert werden könne. An dessen Stelle will die Eichbaum-Brauerei ein Restaurant aus Containern zusammenstellen. Verkaufsleiter Alexander Schulz stellte das Konzept dem Neckarauer Bezirksbeirat vor.

Deutlich wurde, dass die Brauerei an ihrem ursprünglichen Vorhaben beträchtliche Abstriche gemacht hat. Wohl auch angeregt durch die heftigen Proteste, mit denen die Neckarauer den ersten Plan überhäuften. Wie berichtet, sollte die Eichbaum das Gelände, auf dem das vertraute Gebäude steht, in Erbbaupacht für 60 Jahre übernehmen. Was dann darauf konkret entstehen würde, und ob das bestehende Gebäude saniert werden könnte, war noch unklar. Konkreter waren die Vorstellungen über die Gastronomie, teils gehobener, teils volkstümlicher Klasse. Die eine oder andere Veranstaltung an lauen Sommerabenden sollte zudem Gäste anlocken.

Eine solche "Event-Gastronomie" lehnten zahlreiche Neckarauer ab, formierten sich zu Initiativen, bemühten die Geschichte des Strandbades, den Naturschutz und die volkstümliche Tradition. Mit Erfolg: Die Brauerei erklärte sich bereit, das Konzept zu überarbeiten. Verkaufsdirektor Rainer Heilmann hatte versichert: "Wir investieren nur im Konsens mit der Bevölkerung."

So wurde aus dem Erbbaurecht eine Pacht. Und zwar nicht für 60 Jahre, sondern für zehn, freilich mit einer Option auf zweimalige Verlängerung für je fünf Jahre. Das heutige Gebäude, das bereits im vergangenen Sommer aus Sicherheitsgründen geschlossen worden war, wird abgerissen. Eine Sanierung oder gar ein Neubau sei zu teuer, erklärte Schulz. Stattdessen stellt die Brauerei einen Pavillon für die Saison hin. Jeweils im Spätherbst wird er wieder abmontiert und im Winter eingelagert.

Mitsamt einer Außenbewirtschaftung soll die Gaststätte bis zu 500 Plätze bieten. Und auch das Grillen wird künftig von der Gaststätte aus gesteuert. Die Garnituren gibt es dann zum Leihen. "Der Pachtvertrag bezieht sich ausschließlich auf das Gelände, das bislang bewirtschaftet wurde, kein Quadratmeter mehr", erklärte Schulz und suchte damit früher geäußerte Bedenken zu zerstreuen, die Brauerei würde gar in die Natur eingreifen wollen. Die Investition kalkuliert die Eichbaum auf rund 500 000 Euro.

Noch ist der Vertrag zwischen der Brauerei und der Stadt Mannheim nicht unterschrieben. Nachdem sich der Bezirksbeirat mit dem Konzept angefreundet hat, sollen nur die Stadträte im Hauptausschuss darüber befinden. Im Sommer des Jubiläumsjahres könnte die Gaststätte stehen.
 

-31.03.2006 

   
MANNHEIMER MORGEN

Von unserem Redaktionsmitglied Jan Cerny

Noch hat der Gemeinderat ein Wort mitzureden, doch die Würfel sind gefallen: Die Tage des Gebäudes am Strandbad, das mit seiner Terrasse ein unvergessliches Erlebnis beim Blick über den Rhein auf den Sonnenuntergang bot, sind gezählt. An seiner Stelle kommt ein Pavillon, den die Eichbaum-Brauerei aus transportablen Containern zusammenstellen will. Das Vorhaben löste während der Sitzung des Neckarauer Bezirksbeirates unter der Leitung der Ersten Bürgermeisterin Mechthild Fürst-Diery eine heftige Debatte aus.

Die Regie der Sitzung war auf das eine Thema ausgerichtet. Zwar standen noch weitere Punkte auf der Tagesordnung wie die Vorstellung des Grünen Punktes, die "vhs am Markt" und die künftigen Investitionen der Stadt im Vorort (wir berichten später), doch die waren in wenigen Minuten abgehakt. Die Stadtteilvertreter wollten den zahlreich erschienenen Bürgern Gelegenheit geben, ihre Meinung zu dem Vorhaben der Eichbaum-Brauerei äußern. Die soll das Gelände für zehn Jahre pachten, mit einer Option auf zweimalige Verlängerung von je fünf Jahren.

Verkaufsleiter Alexander Schulz stellte zwei mögliche Varianten vor, beide setzten voraus, dass das 1927 eingeweihte Gebäude abgerissen wird. Zwei externe Gutachter hätten das Gemäuer untersucht und seien zu dem Schluss gekommen, dass eine Sanierung des altersschwachen Betons zu teuer sei. Ein ähnlicher Ersatz - ein Gebäude auf Betonstelzen, oben Restaurant mit Terrasse, unten vielleicht ein Kiosk - würde etwas mehr als eine Million Euro kosten. Das erscheint der Eichbaum zu teuer im Hinblick auf die kurze Pachtzeit.

Die andere Variante besteht aus einem ebenerdigen Pavillon, zusammengesetzt aus Containern. Der Vorteil für den Betreiber: Im Frühsommer werden die Container für die Saison aufgestellt, im Herbst wieder abgebaut und für den Winter eingelagert. Ein gewichtiger Punkt, der immer wieder ins Feld geführt wurde, war die Barrierefreiheit. Das noch stehende Gebäude hatte Bestandsschutz. Bei einem Neubau ist ein behindertengerechter Zugang auch auf die hoch gestellte Terrasse unumgängliche Vorschrift, wie Josef Krah, Leiter des Bereichs Baurecht und Umweltschutz, betonte. Das aber wäre bei einem zweigeschossigen Bau mit zusätzlichen Kosten verbunden, erklärte Schulz.

Im Laufe der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass kaum jemanden die Lösung mit dem Pavillon schmeckt. Während sich aber die Bezirksbeiräte, die Lokale Agenda 21 Mannheim-Neckarau und die "Freunde des Strandbads" nolens volens* damit abgefunden hatten, wetterten mehrere Neckarauer gegen den Abriss des lieb gewordenen Gebäudes. "Und wenn's nicht anders geht, dann soll man lieber gar nichts machen und abwarten, bis sich ein Investor für ein neues Gebäude mit Terrasse findet", schlug der Neckarauer Architekt Klaus-Peter Mütsch vor. Ein Nachbar von ihm sprach von "armseliger Architektur" im Vergleich zu dem Bestehenden. Mit Beifall bedachten die Neckarauer die Anmerkung von Martin Elmling von den Freunden des Strandbades, der den Verlust der Terrasse mit bewegten Worten bedauerte. Ein weiterer Neckarauer sprach vom "unverwechselbaren Juwel Strandbad", das er nicht missen will.

Nachdem sich aber die Sprecherin der Initiative "Freunde des Strandbads", Martina Stamm, sowie Bernd Landmann von der Lokalen Agenda 21 für die Pavillonlösung aussprachen, und der Bezirksbeirat sich ebenfalls damit anfreundete, wird wohl auch der Gemeinderat demnächst in diese Richtung beraten.

*nolens (aut) volens
„Ob jemand will oder nicht” – im Sinne von „unfreiwillig”, „wohl oder übel”, „notgedrungen” verwendet. Die englische Sprache kennt die Verballhornung „willy-nilly”.
(Anm. d. Red., Übersetzung: <http://de.wikipedia.org/wiki/Nolens_volens>)
 

-31.03.2006 

   
Fortsetzung folgt.
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