Rettet das Strandbad  
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Presse
 
   

 
Presse Juli 2006

 

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Mannheimer Amtsblatt:
Diskussion im Mannheimer Gemeinderates am 25. 07. 06

Alles am Fluss
Strandbadgaststätte im Gemeinderat

(voe) Obwohl lediglich ein Antrag vorlag und Oberbürgermeister Gerhard Widder auf den nicht-öffentlichen Teil der letzten Gemeinderatssitzung vor der Sommerpause verwies, entzündete sich am Umgang mit der Gastronomie am Mannheimer Strandbad eine lebhafte Diskussion.

Widder nannte den Stadträten das Verfahren. Bis zum 1. September bekommt die Eichbaum-Brauerei die Möglichkeit zur Vorlage eines Gutachtens. Im Anschluss soll der Gemeinderat die Weichen für das weitere Vorgehen stellen. Es gehe nicht darum, dass dort irgend etwas geschieht, sondern der Investor prüfe die Wirtschaftlichkeit. "Diesem Investor fühle Ich mich verpflichtet. Wenn am Ende heraus kommt, dass jemand das Risiko der Sanierung des Gebäudes tragen kann, dann werden wir Ihn beauftragen. Wenn es nicht geht, dann müssen wir uns fragen, ob wir etwas wollen, was nicht umzusetzen ist", betohte er.

"Unübersichtlich", nannte Gabriele Egler-Huck (CDU) die derzeitige Situation. Zu viele Hände und Köpfe mischen mit. "Ich bin sehr für eine Beteiligung der Bürger, aber wir sind letztlich das Gremium, welches eine Entscheidung treffen muss", drängte sie. Für Rolf Dieter (Mannheimer Liste) ist das reine Drängen auf den Erhalt des Gebäudes ein beschämendes Spiel. "Die Bürger warten offensichtIich, bis die Stadt in die Tasche langt und dort Geld herauszieht, dass sie nicht hat." Man müsse einem Investor eben auch die Chance geben, dass er an einem Objekt auch etwas verdienen kann. Eine Vorstellung, die Gabriele Thirion-Brenneisen (Bündnis 90/Die Grünen) gar nicht teilt. "Eine Finanzierung der Investitionen wäre nur möglich, wenn man das Sitzplatzangebot auf 800 Plätze erhöht." Ein erhöhtes Verkehrsaufkommen im Naturschutzgebiet wäre die unerwünschte Folge. Karin Steffan (SPD) verwies auf den Antrag ihrer Fraktion, alternativ die Varianten einer ebenerdigen Lösung und eines Stelzenbaus zu prüfen.
 

-27. 07. 2006 

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DIE RHEINPFALZ - NR. 165
MANNHEIM
Hintergrund

Zukunft der Strandbad-Gaststätte offen

Gebäude am Rhein steht im Blickpunkt vieler Interessengemeinschaften – Baulicher Zustand gibt noch Rätsel auf

VON UNSEREM REDAKTEUR PETER MÜLLER

Geisterkulisse Leerer Strand vor Geisterkulisse: Seit Anfang 2004 wird die Strandbad-Gaststätte in Neckarau nicht mehr bewirtschaftet. FOTO: KUNZ

Seit über zwei Jahren ist die Strandbad-Gaststätte in Neckarau fest verschlossen. Was aus dem einst beliebten Ausflugslokal am Rhein wird, ist weiter offen. Die Eichbaum-Brauerei hat schon länger ihr Interesse bekundet, die Gastronomie zu betreiben, und verschiedene Pläne vorgelegt. Doch vor allem an der Frage, wie mit dem 80 Jahre alten Gaststätten-Gebäude umgegangen wird, scheiden sich die Geister. Derzeit schlagen die Wellen der Aufregung wieder hoch.

Ein heißer Sommertag am Rhein. Im Strandbad liegen einige Sonnenanbeter am Kiesufer des Flusses, die übrigen Besucher haben sich eher in den Schatten verzogen. Am provisorischen Kiosk neben der Strandbad-Gaststätte spielen einige Männer Karten. Das Gebäude in ihrem Rücken macht einen trostlosen Eindruck: Die Rollladen sind heruntergelassen, die Farbe blättert an der Fassade ab, nur noch wenig erinnert an den früheren lebhaften Ausflugsbetrieb. Seit Pächterin Petra Krebs Anfang 2004 das traditionsreiche Lokal aufgegeben hat, wird um dessen Zukunft gerungen. Die Stadt würde gerne wieder eine Gaststätte vor Ort sehen, will und kann selbst aber kein Geld dafür aufbringen.

Deshalb ruhen die Hoffnungen auf einem Investor, der das Lokal aufmöbeln und die Gastronomie betreiben soll. An der Hand hat man die Eichbaum-Brauerei. Deren erstes Konzept eines Ganzjahresbetriebs stieß zwar auf Ablehnung, weil Bürgerinitiativen und Lokale Agenda Neckarau einen Massenansturm von Ausflüglern auf das Strandbad befürchteten und insgesamt eine umweltverträgliche Lösung für das "Kleinod im Süden" anstreben.

Doch über ein abgespecktes Gastronomiekonzept war man sich fast schon einig. Es sah ein neues Lokal in Containerbauweise auf nur noch einer Etage für einen Saisonbetrieb vor. Kostenpunkt der Investition: rund 500.000 Euro. Im Frühjahr stimmte die Lokale Agenda zu. Selbst der Abriss des markanten und von allen bürgerschaftlichen Interessengruppen besonders geschätzten Terrassengebäudes wurde akzeptiert. Mittlerweile liegt aber auch dieser Kompromiss in Scherben.

Eichbaum hätte nämlich die Notwendigkeit des Abrisses damit begründet, dass eine kostspielige Sanierung wirtschaftlich nicht vertretbar sei. Das soll auch ein Gutachten festgestellt haben, dessen Fazit letztlich die Skeptiker überzeugte. Allerdings hat das Gutachten selbst bislang noch niemand zu Gesicht bekommen. Eichbaum verweist darauf, dass es in einer umfangreichen Betriebsrechnung enthalten sei und erst aus diesen Akten herausgezogen werden müsse, weil man nicht alle Kalkulationen offen legen wolle. Das brauche noch einige Wochen, so der Verkaufsleiter Rainer Heilmann. Doch die Geduld der Bürgerinitiativen scheint erschöpft: Vor kurzem haben sie ihre Zusage zur Kompromisslösung zurückgezogen. "Wir wissen nicht genau, wie es um das Gebäude bestellt ist", sagt Bernd Landmann von der Lokalen Agenda, der sich von dem potenziellen Investor nicht fair behandelt fühlt. Inzwischen sei daher alles wieder offen.

Erschwerend kommt hinzu, dass eine weitere Bürgerinitiative in Sachen Strandbad-Gaststätte aktiv ist, das Gebäude unter allen Umständen erhalten will und einen zweiten Investor ins Spiel gebracht hat: Fody Pashalidis. Er interessierte sich schon 1999 für die Gaststätte, doch seine Pläne für den Umbau in einen Restaurantbetrieb mit Parkplatz hatte zwei protestierende Bürgerinitiativen ins Leben gerufen und das Vorhaben scheitern lassen.

Bei der Stadtverwaltung wartet man nun auf das Gebäude-Gutachten. Wenn es die Notwendigkeit des Abrisses bestätige, werde man den mit Eichbaum eingeschlagenen Weg weitergehen, heißt es aus dem Liegenschaftsamt. "Wenn nicht, müssen wir neu nachdenken", sagt Leiter Rolf-Martin Kögel. Bei Eichbaum indes gibt man sich noch geduldig. "Wir wollen nichts gegen den Willen der Initiativen machen, aber brauchen auch irgendwann eine Entscheidung", sagt Heilmann. Den Plan, zum Jubiläumsjahr 2007 den Gastronomiebetrieb am Strandbad wiederaufzunehmen, hält er noch für realisierbar.

Bis zu einem Beschluss des Gemeinderats wird sich jedoch auch die Badesaison 2006 draußen am Rhein dem Ende zuneigen. Dass sich das Gremium noch vor der in zwei Wochen beginnenden Sommerpause mit der Angelegenheit beschäftigt, ist kaum noch zu erwarten.
 

19. 07. 2006

 

Titel: Grünfläche

AUS DEN STADTTEILEN: NECKARAU
sos-logoGeht am Strandbad der
gefundene Kompromiss baden?

Leider entwickelt sich das Strandbad zum nicht enden wollenden Trauerspiel. Schon in der dritten Saison wird die alte Gaststätte am Rhein nicht mehr bewirtschaftet. Derzeit deutet nichts daraufhin, dass sich nächstes Jahr an der trostlosen Situation etwas ändert. In der letzten öffentlichen Sitzung des Bezirksbeirates Neckarau hatten die Stadtteilpolitiker, die Vertreter der Lokalen Agenda 21 Mannheim-Neckarau und die Initiative "Freunde des Strandbades" bekundet, sich eine ebenerdige Bewirtschaftung am Strandbad vorstellen zu können. Die Eichbaum Brauereien AG hatte ein Konzept für eine ebenerdige Bewirtschaftung vorgestellt und die Vorteile verdeutlicht. Nach Meinung der Eichbaum-Vertreter wären die Kosten für eine Sanierung des alten Gaststättengebäudes höher als ein Abriss und die Errichtung eines Pavillons für die Sommer-Bewirtung. Eichbaum argumentierte mit Gutachten und versprach, den Politikern und Initiativen die Gutachten zugänglich zu machen.

Was dann nach Bitten und Drängeln vorgelegt wurde, verdient den Namen Gutachten kaum. Es ist mehr eine oberflächliche in Augenscheinnahme durch Experten, deren Einschätzung und Empfehlung schriftlich festgehalten wurden. Nachdem sich schon nach der Bezirksbeiratssitzung eine neue Bürgerinitiative zum Erhalt des alten Gaststättengebäudes gegründet hatte, zogen nach Bekanntwerden der "Gutachten" auch die "Freunde des Strandbades" ihre Zustimmung zum Pavillon zurück. Verlangt wird jetzt wie schon von Anfang an ein Gutachten, das die Stadt Mannheim als Eigentümerin des Gaststättengebäudes in Auftrag geben soll. Bisher hat sich die Stadtverwaltung allerdings nicht gerade durch besondere Aktivitäten hervor getan.

Die Neckarauer Grünen sind nach intensiver Diskussion zum Schluss gekommen, dass eine ebenerdige Bewirtung durchaus ihre Reize und Vorteile hätte, auch wenn wir dem alten, aufgestelzten Gebäude nachtrauern würden. Außerdem waren in dem Konzept der Eichbaum Brauereien AG viele Forderungen zur Art und Weise der Bewirtung erfüllt. Sollte ein städtisches Gutachten allerdings zu dem Schluss kommen, dass eine Sanierung des bestehenden Gebäudes preiswerter als ein Abriss mit Neubau ist, Dieter Netterwerden wir für den Erhalt stimmen. Aber nur unter der Voraussetzung, dass nach einer Sanierung die Gaststätte auch eine mit einem Neubau vergleichbare Lebensdauer hat. Alles andere wäre eine Milchmädchenrechnung.
Dieter Netter,
Grüner Ortsverein Neckarau

 

07. 2006 

 

 
Titel MM

Neue Initiative am Strandbad
Für Erhalt der alten Gaststätte

Das Tauziehen um die Gastronomie am Strandbad hält an. Eine neue "Bürgeraktion" um den Neckarauer Günter Kirchner übergab erst vor wenigen Wochen dem Oberbürgermeister eine Liste mit rund 1200 Unterschriften von Menschen, die sich damit für den Erhalt der alten, derzeit allerdings geschlossenen Gaststätte mitsamt Terrasse aussprechen. Damit nicht genug. In den vergangenen Tagen trugen sich nach Angaben von Kirchner weitere 300 Mannheimer in die Liste ein.

Das bestärkt die Initiatoren - unter ihnen auch der frühere SPD-Stadtrat Helmut Wetzel, der Neckarauer Architekt Klaus-Peter Mütsch und Rudolf Höcker von der Lokalen Agenda 21 Mannheim-Neckarau - in der Forderung an die Stadt. Kirchner nennt fünf Punkte: Die Stadtverwaltung beauftragt einen Investor mit der Sanierung und dem Betrieb des Terrassen-Restaurants; das Restaurant wird familienfreundlich umgestaltet; der Betrieb soll zum Stadtjubiläum im nächsten Jahr aufgenommen werden, die Auswahl des Investors soll noch in diesem Jahr erfolgen; schließlich will die Bürgeraktion zusammen mit Sachverständigen bei der Auswahl des Investors mitwirken dürfen. "Wir hoffen, dass im Hauptausschuss des Gemeinderates am kommenden Dienstag und im Gemeinderat am 25. Juli die Weichen gestellt werden", erklärte Kirchner.

Ungeachtet dessen, dass die Stadt mit der Eichbaumbrauerei über eine von der Brauerei vorgeschlagene Pavillonlösung in Verhandlung steht, präsentierten die Initiatoren einen möglichen Investor. Fody Pashalidis betreibt in der Region mehrere Gaststätten, unter anderem auch im Heidelberger Zoo. Der Unternehmer wandte sich inzwischen schriftlich an den Oberbürgermeister und bekundete Interesse an der Gaststätte. Vor der Presse erklärte er gestern, dass er versuchen wolle, das bestehende Gebäude zu erhalten und eine kostengünstige, familienfreundliche Gastronomie zu betreiben. "Die Gastronomie soll eine Ergänzung zum Freizeitangebot des Strandbades sein und nicht selbst im Mittelpunkt, etwa für Großevents, stehen", erklärte Pashalidis. Er wolle in die Gaststätte nicht nur investieren, sondern sie auch betreiben, "deshalb bin ich nicht auf die schnelle, hohe Rendite angewiesen." jan
 

15. 07. 2006 

 

 
MANNHEIM AKTUELL Nr. 28
Lokalanzeiger für die südlichen Mannheimer Stadtteile

Der Stadtverwaltung "rote Karte" zeigen
Bürgeraktion drängt auf Entscheidung des Gemeinderats vor der Sommerpause

Bei der letzten Bezirksbeiratssitzung wurde das neue Konzept der Firma Eichbaum für die Strandbadgaststätte vorgestellt, nach dem das alte Gebäude abgerissen und durch einen ebenerdigen, mobilen Pavillon ersetzt werden soll, ein Vorhaben, das die Mehrheit der bei der Sitzung anwesenden Bürger nur widerwillig akzeptierte. Auch eine anschließende Umfrage der NAN ergab das eindeutige Votum der Bürgerschaft, das alte Gebäude zu erhalten. Inzwischen haben die Bürgerinitiative "Freunde des Strandbads" und die Lokale Agenda ihre Zustimmung zu der Pavillon-Lösung öffentlich zurückgenommen.

Einer, der sich mit dem neuen Konzept von Anfang an nicht abfinden wollte, ist Günther Kirchner, der eine Initiative für eine Modernisierung des alten Gebäudes gestartet und inzwischen 1500 Unterschriften gesammelt hat, die unlängst dem OB übergeben wurden.

"Weniger fordern, mehr mitwirken" ist seine Devise für die Bürgeraktion, die sich in "mit Augenmaß" und ohne überzogenen Forderungen um den Erhalt des "liebgewordenen Gebäudes" bemüht, mit dessen Verschwinden "auch ein einmaliges Landschaftsbild verloren ginge". Bei einem Pressegespräch mit den Mitstreitern Altstadtrat Helmut Wetzel und dem Neckarstädter Wolfgang Hirz, dem Neckarauer Architekten Klaus-Peter Mütsch, dem Lok. Agenda Vertreter Rudolf Höcker sowie dem Geschäftsführer der Firma Fody's, Fody Pashalidis als einer der potentiellen Investoren, stellte Kirchner die Vorschläge für eine Problemlösung vor. Gleichzeitig wurde mit einem gemeinsamen symbolischen Spatenstich am Gebäude die Entschlossenheit zum Handeln demonstriert.

In einem offenen und fairen Wettbewerb sollte der am besten geeignete Investor gesucht werden, mit dem die Sanierung im angemessenen Kostenrahmen zeitnah vollzogen werden sollte, so Kirchner. Geschäftsführer Pashalidis von der Firma Fody, die bei einem Zuschlag nicht nur investieren, sondern das Restaurant auch selbst betreiben würde, hielt eine Sanierung bis 2007 bautechnisch für durchaus realistisch, das Problem seien eher die Genehmigungsverfahren, die sich hinziehen könnten. Insgesamt stimmt er mit den Vorstellungen der Bürgeraktion für ein familienfreundliches Terrassenrestaurant überein: "Guter Service, schnell und freundlich, und die Preise müssen stimmen", fasste er zusammen. Eine Groß- oder gar Eventgastronomie komme für das Unternehmen mit 240 Mitarbeitern nicht in Frage. Kirchner und die Bürgeraktion wollen nun Nägel mit Köpfen machen. Angesichts vieler Anschreiben an Kommunalpolitiker und eines Antrags zur Entscheidung im Gemeinderat nahm Kirchner vor allem die Verwaltung ins Visier, der man für das enttäuschte Vertrauen der Bürger die "rote Karte" zeigen wolle.

symbolischer Spatenstich
Entschlossenes Handeln signalisierte der symbolische Spatenstich am Strandbadgebäude

Er kritisierte mangelnder Transparenz bei Offenlegung von Fakten und ein Verschleppen der Maßnahmen durch Ignoranz oder Hilflosigkeit. Die Initiative fordert den Gemeinderat auf, noch vor der Sommerpause eine Entscheidung mit den Kernpunkten – Beauftragung eines Investors zur Sanierung und Betreibung der Gaststätte, Konzept eines familienfreundlichen Betriebs, Inbetriebnahme zum Stadtjubiläum 2007 – für das "Juwel Strandbad" zu treffen. Der Heimatverein wird die Aktion mit einer Ausstellung "Strandbad" unterstützen. Näheres in der nächsten Ausgabe der NAN. cm


 

15. 07. 2006 

 

 
Titel MM

Stadt zufrieden mit Verhalten von Grillfreunden
LINDENHOF: Verstärkte Überwachung führt zur "insgesamt störungsfreien Situation" / Rätselraten um River Side Projekt

Von unserem Redaktionsmitglied Jan Cerny

"Es sind wohl die Kontrollen, die Wirkung zeigen", ist Bezirksbeirat Klaus Dieter Kühlwein (CDU) sicher. Mit seiner Feststellung reagierte er in der öffentlichen Sitzung des Stadtteilgremiums unter der Leitung von Stadtrat Peter Hofmann auf das Resümee von Carola Wacker vom Kommunalen Ordnungsdienst (KOD). Die hatte von verstärkter Überwachung an der Rheinpromenade referiert. Ihr Fazit: "Es gibt nicht so viele Auswüchse wie früher, insgesamt herrscht dort eine störungsfreie Situation."

Wie mehrfach berichtet, hatten sich vor allem Anwohner beschwert. Seit einigen Jahren lockt die Rheinwiese auf dem Lindenhof an warmen Sommertagen, vorzugsweise am Wochenende, scharenweise Grillfreunde an. Die Stadt hat das Treiben zunächst geduldet und beschränkte sich darauf, zu Wochenanfang die Hinterlassenschaften aufzuräumen. Ein generelles Verbot, wie es einige Lindenhöfer gefordert hatten, mochte sie nicht verhängen. Auf Initiative des Bezirksbeirats entwickelte die Verwaltung aber ein Konzept, um die inzwischen beliebte Freizeitbeschäftigung in geordnete Bahnen zu lenken.

Ein Teil des Konzeptes bildet die verstärkte Überwachung. Carola Werner zählte vor den Bezirksbeiräten auf: In der Zeit vom 1. Mai bis 30. Juni seien Mitarbeiter des kommunalen Ordnungsdienstes 104 Mal vor Ort gewesen. Sie trafen 34 Griller an, die sich an Stellen ausbreiteten, an denen es nicht erlaubt ist. Sie mussten ihren Grill einpacken. In 36 Fällen entfachten die Menschen das Feuer im Bodengrill, was überhaupt nicht erlaubt ist, sie wurden aufgefordert, es zu löschen. Mit drei Personen gab es Auseinandersetzungen, weil sie die Anordnungen nicht befolgen wollten. An sieben Tagen quollen die Abfallbehälter über. Allerdings habe sich gezeigt, das die Grillfreunde den Müll nicht auf der Wiese liegen lassen, sondern zumindest neben die vollen Eimern legen. 25 Bürgergespräche hätten die KOD-Mitarbeiter geführt. "Die Grillenden verhalten sich diszipliniert", schloss Carola Wacker ihre Ausführungen.

Von ähnlichen Erfahrungen berichtete auch der Leiter des Neckarauer Polizeireviers, Polizeioberrat Renato Gigliotti. Er sprach von zwei Abenden, an denen die Vermüllung der Wiese besonders schlimm gewesen sei. An einem der Abende ging der Unrat auf eine Abiturientenfeier zurück. Doch da hätten die jungen Leute den Müll unter den Augen der Polizei selbst weggeräumt.

Bezirksbeirat Martin Helmling (Grüne) wollte wissen, ob sich etwas mit dem Projekt "Riwwerside" tut. Dabei bezog er sich auf eine Anzeige im "Mannheimer Morgen", in der ein Pächter für das Restaurant auf dem Wasser gesucht wurde. Offenbar sorgte sie für Verwunderung auf dem Lindenhof, denn vom Projekt ist noch überhaupt nichts zu sehen. Von der Stadt erfuhr der Bezirksbeirat, dass der Betreiber erst eine wasserrechtliche Genehmigung einholen müsse, bevor er etwas anfängt. Doch ein Antrag sei bei der Stadt bislang nicht eingegangen. Sitzungsleiter Hofmann: "Niemand kann den Betreiber daran hindern, schon jetzt Anzeigen aufzugeben.
 

14. 07. 2006 

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Logo Agenda 21  Lokale Agenda 21 MA-Neckarau e.V.

Presseinformation

Ehrlichkeit geht am Strandbad baden

Mannheim, 03. 07. 06 – Das Tauziehen um die Sanierung oder den Neubau des Strandbades geht weiter. Zwar sah es in der Bezirksbeiratssitzung am 29.03. 2006 so aus, als würde die Firma Eichbaum als Betreiber der Gastronomie nun bald gemeinsam mit der Lokalen Agenda 21 MA-Neckarau und der Bürgerinitiative Freunde des Strandbades im gleichen Fahrwasser schwimmen – doch weit gefehlt.

Grundlage für die Beschlüsse der Lokalen Agenda, die auf der Bezirksbeiratssitzung vorgelegt wurden, waren der Verweis von Eichbaum auf „mehrere Gutachten in zahlreichen Ordnern”, in denen die Bausubstanz des bestehenden Gebäudes gründlich in Augenschein genommen worden sein sollte. Dass diese Ordner nicht existieren, sondern lediglich nur zwei DIN A4-Schreiben von zwei Ingenieurbüros vorliegen, hat für neue Turbulenzen gesorgt. Die Lokale Agenda sieht sich aufs Heftigste getäuscht und zieht mit sofortiger Wirkung seine Beschlüsse zum vorgestellten Gastronomiekonzept für das Strandbad zurück. Es gelten nun wieder die Eckpunktforderungen der Lokalen Agenda als Grundlage für neue Verhandlungen.

Leitlinie für ein natur- und bürgerfreundliches Strandbad ist der Stifterwille von Carl Reiß, in dem der Schwerpunkt auf der ökologischen und sozialen Verträglichkeit liegt. Sowohl die Lokale Agenda als auch die Strandbad Initiative sehen ihre Aufgabe darin, diesem Gedanken Rechnung zu tragen. Eine effiziente und offene Zusammenarbeit aller Beteiligten wäre wünschenswert, um das „Kleinod des Mannheimer Südens” wieder durch nachhaltige Entscheidungen zum Strahlen zu bringen.

Info: Eckpunktforderungen der Lokalen Agenda 21 unter www.neckarau21.de unter Downloads
 

-03. 07. 2006