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Leserbrief vom 25. August 2006
Ernüchternde Wirklichkeit
Zum Thema: Strandbad
Die Stadtverwaltung ist für den Erhalt unseres Eigentums zuständig.
Die Aussagen des Leiters des Mannheimer Liegenschaftsamtes zur Situation
am Strandbad können deshalb nicht unkommentiert bleiben. Er meint,
dass am Strandbad die Entscheidung nicht von Bürgern, sondern vom
Gemeinderat und von der Verwaltung gefällt werde.
Dazu ist festzustellen, dass die derzeitige Situation am Strandbad
vom Gemeinderat und von der Stadtverwaltung zu verantworten sind. Sie
waren es, die trotz Pachteinnahmen nicht in der Lage waren, das Strandbadgebäude
zu erhalten. Hier liegt der Unterschied zu den von Herrn Kögel
erwähnten maroden Schulen, und das ist die ernüchternde Realität.
Es kommt einem Offenbarungseid gleich, wenn der Chef des städtischen
Liegenschaftsamtes zugibt, dass die Stadt, und damit auch er, für
den Erhalt der Gaststätte nicht zuständig (gewesen?) sei.
Für mich folgt daraus, dass es höchste Zeit für eine
Einmischung der Bürger am Strandbad war.
Gemeinderat und Verwaltung sind angehalten, den Bürgerwillen ernst
zu nehmen. Und die Bürger dürfen erwarten, dass sich auch
der Leiter des städtischen Liegenschaftsamtes darum bemüht,
uns zu zeigen, dass die Stadt wirtschaften kann und verantwortungsvoll
mit dem Eigentum der Bürger umgeht.
Dieter Netter, Ludwigshafen
| 25. 08. 2006
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Stadtteilausgabe SÜD vom 23.8.2006
Am Strandbad scheiden sich auch
nach vielen Diskussionen die Geister
NECKARAU: MorgenMobil lud ein und viele kamen
an den Rhein / Gutachten soll bis zum 1. September vorliegen / Stadt
hofft auf Eichbaum als Investor
Von unserem Redaktionsmitglied Angelika von Bülow
Eventgastronomie oder Kiosk, Biergarten oder Liegewiesen - am Strandbad
scheiden sich die Geister. Der "Mannheimer Morgen" kam jetzt
mit dem MorgenMobil vor Ort und erlebte eine faire, aber durchaus kontroverse
Diskussion.
Martina Stamm von einer seit vier Jahren aktiven Bürgerinitiative
setzt sich für den Erhalt des Strandbades ein, will aber vor allem
auch Rahmenbedingungen festzurren. Von 1300 Plätzen wollen sie
und ihre Mitstreiter nichts wissen, bedeutend weniger würden auch
reichen. Erbpacht auf 65 Jahre lehnen sie ab, sie möchten, dass
die Bevölkerung ihr Strandbad behält und es keinesfalls aus
der Erbmasse der Stadt genommen wird. Die Initiative hat bereits einige
Erfolge bei Gesprächen mit dem vermutlichen Investor, der Eichbaum-Brauerei,
und der Stadt erzielt. Sollte sich bis 1. September in einem neuen Gutachten
herausstellen, dass die Bausubstanz sich nicht eigne für eine Sanierung,
könne man über einen Abriss nachdenken, "aber wirklich
nur dann."
Heinrich Dlugosch vom Sport-und Bäderamt der Stadt, den die Bürger
lobten für seinen Einsatz, berichtete von den Anstrengungen, Gebäude
und Areal zu erhalten. Drei Mitarbeiter kümmerten sich um die Sauberkeit,
Probleme bereiteten vor allem nächtliche Besucher. Das Grillen
soll für die Bevölkerung aber dennoch erhalten bleiben, meinte
der Amtsmann.
Rolf-Martin Kögel vom Liegenschaftsamt erklärte, dass die
Firma Eichbaum jetzt eine Bringschuld habe, ein Gutachten beizusteuern.
Geschähe das nicht bis zum 1. September, müsste man wieder
in die Ausschreibungsphase gehen. Vieles, meinte er in Bezug auf die
Bürger, sei wünschenswert, "Fakt ist aber, dass die Stadt
jemanden braucht, der das bezahlt."
Dr. Reinhold Reis von der Eichbaum-Brauerei sprach von den vielen Mühen,
die sich seine Firma bereits gegeben habe mit den Modellen. Im sechs
oder siebenstelligen Bereich sollen die Kosten liegen für den Bereich.
Zwei Gutachten gäbe es, die wären jedoch so eng mit den Gegebenheiten
in der Brauerei verhaftet, dass man sie nicht öffentlich machen
wolle. Bilfinger und Berger erstellt soeben ein weiteres Gutachten,
dass dann der Bevölkerung vorgelegt wird.
Rainer Heilmann von Eichbaum betonte: "Eine Komplettsanierung im
heutigen Zustand ist nicht relevant." Das Gebäude sei in seiner
Substanz nicht mehr zu retten. Man habe sich auf eine Maximallaufzeit
von zehn bis maximal 20 Jahre geeinigt, da sollte sich das Geld wieder
refinanzieren lassen. Ein Abriss erschien dem Brauerei-Repräsentanten
finanziell realistisch.
Günter Kirchner von der Lokalen Agenda 21 hat soeben 1500 Unterschriften
für den Erhalt des Strandbades gesammelt. "Das ist ein ganz
klares politisches Votum", betonte er. In seiner Initiative sei
ein Kreis von Architekten und Baufachleuten, die, sobald das Gutachten
vorläge, prüfen wollten.
Das sah Kögel anders, schließlich, betont er, werde die Entscheidung
nicht von Bürgern gefällt, sondern vom Gemeinderat und der
Verwaltung. Wunschdenken könne nicht unbedingt umgesetzt werden
in die Realität. 1920 habe die Stadt das Strandbad geerbt. Jeder
wisse um die finanzielle Situation der Stadt, sie habe schwer genug
darum zu kämpfen, Schulen einigermaßen zu erhalten. Für
den Erhalt einer Gaststätte sei sie nicht zuständig.
Martina Stamm fand, dass alles eine politische Frage sei. Für die
SAP-Arena und für Stadtbahnlinien, die nur bei Veranstaltungen
genützt würden, habe man Geld gehabt. "Ich kann nicht
mehr hören, dass die Stadt kein Geld hat", meinte die engagierte
Kämpferin fürs Strandbad, und betonte, dass man einfach andere
Prioritäten setzen müsste, dann sei auch Geld für das
Strandbad da. (Foto: baum)
| 23. 08. 2006
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Bürger setzen in Initiativen
auf Erhalt von Tradition
In Neckarau will man keine "Event-Gastronomie"
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Vielen würde ein Kiosk mit Imbiss vollauf reichen
Von unserem Redaktionsmitglied Angelika von Bülow
Die Bürger, die sich beim MorgenMobil am Strandbad versammelten,
waren sich einig: Sie wollten das Gebäude auf jeden Fall erhalten,
möchten kein großes Drumherum, einfach nur einen Platz zur
Erholung. Und zwar keineswegs nur für die Leute aus dem Süden,
sondern aus der ganzen Stadt.
Man stilisiere hier alles viel zu hoch, warf einer ein, im Grunde sei
doch nur im Sommer viel los, im Winterhalbjahr überhaupt nichts.
Wozu also eine große Gastronomie, die dann nicht genutzt werde?
Ein anderer redete von inzwischen 28 Lokalen auf zwei Rheinkilometern,
das müsse doch eigentlich reichen.
Von der großen maritimen Bedeutung des Strandbades sprach Thomas
Esser, der mit seiner Riverside AG ein paar Kilometer weiter Millionen
investieren möchte in ein Projekt, das Gaststätten dies und
jenseits des Flusses verbinden möchte.
Er fand die Verhandlungen der Stadt wenig transparent. Mit der Informationspolitik
zu kämpfen haben übrigens auch die Bürger der Initiativen.
Man beachte sie eigentlich gar nicht, Informationen bekämen sie
nur durch Zufall. Als sie ein Gutachten einsehen wollte, habe man ihr
das versprochen, bis heute sei nichts eingegangen, ärgert sich
Martina Stamm, die seit Jahren für den Erhalt des Strandbades kämpft.
Neueren Datums ist die Initiative von Günther Kirchner, der bereits
1500 Unterschriften gesammelt hat.
Angesprochen wurden beim Mobil noch zwei weitere Themen: Der Hundedreck,
der überhand nähme. Allerdings, meinte ein Besucher, bereiteten
ihm die Gänse viel mehr Kopfzerbrechen, er habe kürzlich 85
gezählt und die würden viel mehr Dreck machen als die Hunde.
Und die Grillplätze. Das sei, betonte ein Mann, ein Riesenfehler
der Stadt gewesen, hier so viele Plätze einzurichten. Früher
wären dort Erholungswiesen gewesen. Die Griller würden zudem
ihren eigenen Verzehr mitbringen, wären also keine Kunden in spe
für ein Restaurant.
Heinrich Dlugosch von der Stadt möchte aber auf jeden Fall die
Grillplätze für die Bürger erhalten, auch wenn sie für
die Verwaltung viel Aufwand bedeuten. Derzeit sind drei Mitarbeiter,
zwei Feste und eine Honorarkraft damit beschäftigt, das Areal sauber
zu halten. Vor allem nächtliche Besucher machen dem Team Kopfzerbrechen. (Foto: baum)
| 23. 08. 2006
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Preise sollen erschwinglich sein
Viele Bürger halten dem Strandbad seit
langem die Treue
Von unserem Redaktionsmitglied Angelika von Bülow
Sie lieben ihr Strandbad, haben ihm teilweise durch Jahrzehnte
die Treue gehalten und gehen jetzt für seinen Erhalt auf die Straße.
Beim MorgenMobil meldeten sich auch viele Bürger zu Wort.
Wie Dieter Ziegler, der Zeitungen aus den Fünfziger Jahren mitgebracht
hatte. Der Heimatverein Neckarau, in dem er tätig ist, möchte
jetzt auch Exponate zur Historie des Geländes ausstellen, verriet
er. Ziegler ist eindeutig für den Erhalt des Gebäudes.
Wie Gerda-Maria Wolf, engagierte CDUlerin, die lange Erinnerungen hat
an das Bad: "Genau hier war mein Stammplatz", lacht sie und
deutet vor sich hin, "da haben wir die Teppiche ausgerollt."
1947 habe sie sich hier das Schwimmen selber beigebracht, habe zweimal
täglich den Rhein durchschwommen, "bis das Baden verboten
wurde." Sie wehrt sich entschieden gegen alles, was teuer sein
könnte an Gastronomie. In Zeiten von Hartz IV müsse man doch
sehen, dass sich auch ganz normale Leute noch etwas dort leisten könnten.
Wolf möchte gerne einen Kiosk mit Würstchen, mit Kaffee, dazu
eine Liegestuhlausgabe, alles ganz einfach, aber eben für die Leute.
Heinz Kunz ist ebenfalls ein Strandbad-Getreuer: "50 Jahre lang
bin ich hierher gekommen, zum Kaffeetrinken und Eis essen", sagt
er und auch, dass die Pächterin nicht habe gehen wollen. Jammerschade
sei es, dass sie gehen musste, meint er noch. Er möchte das Gebäude
saniert haben, auf keinen Fall aber etwas schickes Neues.
Er sähe, sagt er, durchaus ein, dass die Stadt nicht verpflichtet
sei, eine Gaststätte zu erhalten und zu unterhalten, wohl aber
müsse man dafür sorgen, dass das Ambiente bliebe. "Die
Wellen schlagen hoch am Strandbad", meinte Kunz, "wir wollen
uns nicht mit den neuen Plänen zufriedengeben."
Im Badedress kamen Ursula Hoffmann und Eva Stiel. Die Damen aus der
Oststadt fahren im Sommer fast täglich hierher, bringen auch schon
mal Liegen mit und lieben diesen Ort.
Für sie wäre eine großartige Gastronomie ein Graus.
Sie wollen den Erhalt des Strandbades in seiner alten Form, möchten
die Erholungswiesen nicht missen. Man verstünde, meinte das Duo,
dass ein Investor verdienen wolle, aber das ginge doch auch in einem
Lokal, "in dem man sich nicht in Schale werfen muss."
Für Rainer Heilmann von der Eichbaum-Brauerei war das kein Problem:
Er gehe zwar selber auch in Anzug und Krawatte in einen Kiosk, wichtig
wäre aber, dass die Bevölkerung sich wohl fühle: "Ob
Kiosk oder First Class Restaurant ist uns egal, Bier wird in beidem
getrunken." Sein Unternehmen sei durchaus flexibel in den Planungen.
Das hörten die Bürger gerne.
Zitate zur Diskussion
"Es gibt einfach Sachzwänge, die sollte man
mal zur Kenntnis nehmen"
Rolf-Martin Kögel vom Liegenschaftsamt
"Die Bürger erwarten bis 2007, dass ein Strandbad-Restaurant
eröffnet wird"
Günter Kirchner, Bürgerinitiative
"Das Strandbad gehört uns allen, das ist das Vermächtnis
von Carl Reiss"
Martina Stamm, Initiative Strandbadfreunde.
"Es gibt 28 Lokale auf zwei Kilometern, da würde doch hier
wirklich eine Imbissbude reichen"
ein Bürger am Strandbad
"Es hat kein Wettbewerb von Konzepten und Ideen stattgefunden"
Thomas Esser von der Riverside AG
"Wir sind hier in einem wertvollen Naturschutzgebiet, durch eine
hohe Investition könnte ein großer Zwang auf die Gastronomie
zukommen, das könnte Auswirkungen auf die Natur haben"
Arnold
Kullmann vom BUND
"Es hat eine Ausschreibung stattgefunden, wir waren mit mehreren
Interessenten im Gespräch. Wenn sie bei Eichbaum von Event-Gastronomie
reden, hätten sie die anderen Vorschläge erstmal sehen sollen"
Rolf-Martin Kögel vom Liegenschaftsamt
Bü/Mannheimer Morgen
23. August 2006
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23. 08. 2006
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Ausgabe vom 19.8. 2006:
Strandbad Erhalt ja oder nein - das
ist die Frage
MorgenMobil steuerte gestern Nachmittag
Neckarau an / Meinungen gehen auseinander
Von unserem Redaktionsmitglied Angelika von Bülow
Klare Standpunkte am Strandbad: Das MorgenMobil fuhr vor,
und an die 100 Menschen strömten, um ihre Meinung zu gastronomischen
Plänen zu sagen. Dabei kristallisierte sich heraus: Viele Bürger
wollen vor allem das alte Strandbad erhalten, Stadt und Eichbaum setzen
auf einen Neubau. Bis zum 1. September hat die Brauerei Zeit, ein Gutachten
vorzulegen, das auch nachweisen soll, dass beim Gebäude nichts
mehr zu retten ist. Sonst muss die Stadt mit anderen Interessenten in
Verbindung treten. "Das hoffen wir aber nicht," meinte Rolf-Martin
Kögel, der Leiter des Liegenschaftsamtes. Mit der Brauerei arbeite
man gut und gerne zusammen. "MM" Redakteur Thorsten Langscheid
leitete die Diskussion.
Zwei Bürgerinitiativen meldeten sich beim MorgenMobil zu Wort:
Martina Stamm als Leiterin der einen, hat schon einiges erreicht: Wie
in einer Bezirksbeiratssitzung beschlossen, verzichtet der Investor
auf eine lange Erbpachtzeit und auf eine Erweiterung der Biergärten.
Festgeschrieben wäre auch, dass die Bevölkerung ihre Erholungswiesen
behalten kann. Sollte sich herausstellen, dass sich eine Sanierung des
Gebäudes nicht lohnt, wäre man unter Umständen bereit,
sich mit einem Abriss abzufinden. Aber, so Stamm, wirklich nur im äußersten
Falle, denn "das Strandbad gehört uns allen." Den Erhalt
hat sich die Initiative von Günther Kirchner auf ihre Fahnen geschrieben.
1500 Unterschriften liegen bereits vor.
Rolf-Martin Kögel, Leiter des Liegenschaftsamtes, erklärte,
dass die Entscheidung nicht von Bürgern, sondern vom Gemeinderat
gefällt werde. Heinrich Dlugosch vom Fachbereich Sport und Freizeit
machte die Probleme bei der Instandhaltung des Geländes rund um
Sauberkeit oder dem nächtlichen Grillen deutlich.
Von der Eichbaum-Brauerei kamen Dr. Reinhold Reis und Rainer Heilmann.
Beide versprachen, dass sie nur umsetzen wollten, was die Bürger
mittragen könnten. Allerdings müsse sich eine solche Investition
lohnen. Wobei die Vertreter von Eichbaum betonten, dass sie als ortsansässiges
Unternehmen durchaus großzügiger umgingen als Auswärtige
das vielleicht könnten.
Die Bürger sprachen sich vor allem für einen Erhalt des Strandbades
aus. Sie wollten eine Sanierung und keine "Event-Gastronomie."
Bis 2007, meinte einer, erwarte man die Eröffnung einer Gaststätte.
Und zwar einer, wie eine Frau betonte, in der auch der ganz normale
Strandbad-Besucher, der nur zehn Euro am Tage zur Verfügung habe,
etwas essen und trinken könne. Ein Imbiss reiche völlig aus,
fügte ein Mann an, "hier gibt es im Umkreis von zwei Kilometern
28 Restaurants, das reicht doch eigentlich wirklich." (Foto: baum)
| 19. 08. 2006
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Was Neckarau in 30 Jahren bewegte –
Das Strandbad:
August 1976
Reißinsel und Strandbad –
Ein Paradies am Scheideweg?
Reißinsel und Strandbad bewegen die Gemüter in Neckarau wie kaum ein anderes Thema. Das war von 30 Jahren so und hat sich bis heute nur wenig geändert. Damals war die Alternative Bürgerpark oder Naturschutzgebiet nur für Fußgänger die diskutierte Alternative. Nachdem in den 90er Jahren die Besucherzahl des Naherholungsgebietes und damit des Autoverkehrs stark anschwoll, wurde von der Verwaltung ein Konzept erarbeitet, das einen Linienbusverkehr und Parkraumbewirtschaftung an Sommerwochenenden sowie die Verbesserung der Radwege beinhaltete.
Heute setzen sich Vereine und verschiedene Bürgerinitiativen für ein ökologisches und familienfreundliches Naherholungsgebiet und die Sanierung des 80 Jahre alten Gaststättengebäudes ein. Verschiedene Investoren für die Bewirtschaftung der Gaststätte sind im Gespräch, Eichbaum favorisiert eine Pavillonlösung, die von den Neckarauern mit großer Mehrheit abgelehnt wird. Eine Entscheidung soll noch in diesem Herbst fallen, damit das Naherholungsgebiet am Rhein sich zum 400. Geburtstag der Stadt jubiläumswürdig zeigt.
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18. 08. 2006
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Leserbriefe, Ausgabe Nord
Perle um Perle verramscht
Zu: Supermarkt Gartenstadt
Die große Vermarktung läuft: Dort Strandbad-Gaststätte, da Platzhaus-Gaststätten, hier Lidl-Markt. Alles Flächen, an deren schonender Nutzung die Bürger ein hohes Interesse haben. Aber nein, in Anbetracht der leeren Kassen wird jetzt wohl blindwütig verramscht. Nicht die ganzen Kronjuwelen auf einmal, nein, aber doch Perle um Perle.
Und bis die Bürger dann davon erfahren, ist, wie man hört, angeblich schon alles unter Dach und Fach. Und die Frage, ob man soll oder ob nicht, schon Schnee von vorgestern. Hat der Fachbereich Liegenschaften so große Freiheiten, dass noch vor Beteiligung der Bürgervertreter (Bezirksbeiräte, Gemeinderäte) bereits Nägel mit Köpfen gemacht werden dürfen? Wenn ja, dann müsste er ja autorisiert dazu sein. Von wem? Von den Bürgervertretern? Von der Spitze der Verwaltung? Ist man sich dessen bewusst, dass man bei solchen Planungen und Entscheidungen nicht über eigenes Eigentum verfügt, sondern über das Eigentum aller Bürger? Gerd Heidenreich
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09. 08. 2006
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Jeder darf zum Kunstwerk ein Stück beitragen
NECKARAU: Der Schweizer Künstler Marc Kuhn lädt zur Malaktion ans Strandbad
"In jedem steckt ein Künstler". Unter diesem Motto hatten Mannheimer Bürger jetzt die Gelegenheit, am Rheinufer mit dem Künstler Marc Kuhn ein gemeinsames Bild anzufertigen. Jeder, egal ob Erwachsener oder Kind, Künstler oder Laie, war eingeladen, sich mit Pinsel und Farben an dieser Gemeinschaftsarbeit zu beteiligen.
"Col" nennt sich diese Kunstrichtung, die der Schweizer 1968 ins Leben gerufen hat. Als "Kollektive Regiekunst" lebt sie davon, dass viele verschiedene Menschen zusammen an einem einzigen Bild arbeiten. So entsteht ein üppiges Nebeneinander, welches sozusagen einem Comic-Strip gleicht, in dessen Rechtecke jeder in einem ganz persönlichen Stil seinen Beitrag leistet. Das Ergebnis gleicht einem "gemalten Föderalismus", in dem sich jeder auf das Gemalte des anderen einlässt und es neben sich existieren lässt. "Demokratische Kunst" nennt es Marc Kuhn auch, der 1940 im zweisprachigen Biel-Bienne geboren ist, und schon mit 20 Jahren sein Studium der Rechte abbrach, um sich ganz seiner Passion - der Malerei - widmen zu können. Im Rahmen von "Col" arbeitete er bereits mit Künstlern wie Joseph Beuys, Jürgen Rinck und Richard Paul Lohse zusammen und leitete bis jetzt über 500 pädagogisch-therapeutische Seminare in Deutschland, Mexiko, Spanien, Italien und der Schweiz.
Die Malaktion im Strandbad Neckarau organisierte er zusammen mit dem Mannheimer Martin Helmling. Der diplomierte Elektrotechniker und Bezirksbeirat (Stadtteil Lindenhof) der Grünen entdeckte schon in der Schule sein künstlerisches Talent. Dort hatte er oft Mühe, seine im Kunstunterricht angefertigten Bilder mit nach Hause zu nehmen, denn seine Lehrerin fand sie so schön, dass sie sie lieber selber behalten wollte. Heute fertigt er in seiner Freizeit Holzschnitzereien und Skulpturen an, die er aber lieber verschenkt, anstatt sie zu verkaufen. 1972 lernte Helmling schließlich Marc Kuhn in Mannheim kennen und initiierte mit ihm unter anderem Malaktionen im Tessin und auf Teneriffa.
Obwohl Kuhn auch schon mit über 4000 Beteiligten, wie in Zürich im Helmhaus, "Col-Bilder" hergestellt hat, kamen diesmal, wahrscheinlich auch aufgrund des schlechten Wetters, nur eine handvoll Interessierte an seinen Stand im Strandbad. Rita Hagemann aus Edingen erfuhr zum Beispiel über das Internet von Kuhns Aktion. Sie wollte sich ursprünglich mit ihren beiden Söhnen Moritz und Philip "das Ganze nur einmal anschauen", doch schnell überredete sie der Schweizer mitzumachen. Besonders habe ihr die frei assoziative Arbeit gefallen, erzählt die junge Frau, und auch ihre beiden Söhne haben einen Beitrag zu der Gemeinschaftsarbeit von Kuhn geleistet. In der Schule sei Kunst ihr Lieblingsfach, doch Moritz, der jüngere der beiden, erzählt, dass ihm die spätere Benotung der Arbeiten im Kunstunterricht nicht gefalle. Diese Aussage spiegelt genau den Geist von "Col" wieder. Es geht nicht darum, wer von den Beteiligten den besten Beitrag gebracht hat, sondern um das kollektive Gemeinschaftsgefühl, zusammen etwas erarbeitet zu haben. sako Foto: Blüthner
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06. 08. 2006
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Fröhlichkeit und Disziplin am Rheinufer
MANNHEIM SERIE UNTERWEGS MIT...
Heinrich Dlugosch und den Mitarbeitern der Strandbadaufsicht
"Die können da nicht grillen", bemerkt Heinrich DIugosch Stellvertretender Leiter des Fachbereichs Sport und Freizeit als er die Familie sieht, die gerade dabei ist, auf der Wiese ihren Grill aufzustellen - auf der falschen Seite. Und schon ist Burhan Caglayan auf dem Weg, um mit der Familie zu sprechen.
Es ist ein sonnig warmer Freitag Nachmittag am Strandbad. Noch räkeln sich wenige Besucher auf dem trockenen Rasen und noch ist die Stimmung ruhig. Hin und wieder ertönt das leise Quietschen des Eingangskarussells, wenn wieder ein Sonnenhungriger auf den Platz kommt. "Das Strandbad ist eine öffentliche Einrichtung zur Erholung der Bevölkerung", steht als erster Satz in der Benutzungsordnung zu lesen. Einige der Besucher halten die Regeln dennoch nicht ein. "Einige kommen mit ihren Hunden hierher, was sie eigentlich nicht dürfen", sagt Dlugosch und sieht wachsam über das Gelände. Seit 2001 kümmern er und seine Mitarbeiter Vasili Orfanoudakis, Darnell Neumann und Burhan Caglayan sich um die Sauberkeit und Ordnung auf dem Platz. Wer sich nicht an die Ordnung hält, wird von der Aufsicht freundlich darauf hingewiesen, was nicht immer freundliche Reaktionen hervorruft. "Gestern bin ich beschimpft worden", erzählt Darnell Neumann von seiner Begegnung mit einem Hundebesitzer. In den meisten Fällen allerdings bleiben solche Reaktionen aus und die Leute zeigen sich kooperativ. "Manche haben Verständnis, manche nicht. Aber zu 80 Prozent sind die Leute einsichtig", sagt Orfanoudakis.

Im ruhigen Gespräch erklären Burhan Caglayan und die Mitarbeiter der StrandbadaufsIcht den Besuchern die Regeln am Rheinufer der Reiss-lnsel.
FOTO: LYD
Am schlimmsten sind allerdings die Besucher nachts, wenn die Aufsicht nicht da ist. "Wir haben nichts dagegen, wenn die Leute hierher kommen und sich hinlegen und erholen", sagt Dlugosch.
Besorgt sind die vier Männer besonders gegen Ende Juni, wenn sich die Abiturienten zur Feier der bestandenen Abschlussprüfung traditionsgemäß im Strandbad treffen. "In diesem Jahr haben uns die Abiturienten zum Glück verschont", berichtet Dlugosch und erntet zustimmendes Kopfnicken bei seinen Mitarbeitern.
Feuer ist gerade in diesen Tagen ein heißes Eisen. Zwar ist Grillen grundsätzlich erlaubt, dennoch gibt es dafür einen bestimmten Bereich des Strandbads, der von den Besuchern aber auch angenommen wird. "Wir haben vor allem Probleme mit diesen Einweggrills", erklärt Orfanoudakis. Diese Grills stehen direkt mit der Fläche für die Kohle auf dem Boden und hinterlassen ihre Spuren immer in Form von Brandflecken, die erst wieder im nächsten Jahr mit neuem Grassamen entfernt werden können. "Grills mit Standbeinen sind hingegen in Ordnung", sagt Darnell Neumann "oder so einer, wie die ihn haben", und zeigt mit dem Arm auf eine Familie, die sich gerade ihr Essen auf einem gusseisernen Grill brutzelt. Dlugosch schaut entspannt in den Himmel. Durch den Regen in den vergangenen Tagen wurde ein Grillverbot abgewendet.
Viele Menschen strömen besonders an den Wochenenden ins Strandbad und verbringen ihre Freizeit mit ihrer Familie beim Grillen. "Von der Bevölkerung kommen alle querbeet her", berichtet Orfanoudakis. "Insbesondere diejenigen, die nicht die Möglichkeit haben zu grillen." Doch häufig hinterlassen auch sie ihre Spuren. "Wir haben hier 100 Mülltonnen", erzählt Dlugosch. "Doch die werden nicht immer benutzt, viele werden umgeworfen, manche müssen wir aus dem Rhein fischen", erzählt er weiter und wünscht sich, dass die Leute als Gegenleistung für die Dienste der drei Männer, ihren Müll in die Tonnen räumen.
Allein sind die drei allerdings nicht in ihrer Aufsichtsfunktion. Vor allem die älteren Erholungssuchenden und Rentner achten bei den anderen Besuchern darauf, dass die Benutzungsordnung eingehalten wird. "Das sind unsere Stammgäste, die immer da sind. Die beobachten", erzählt Dlugosch. "Die rufen dann bei uns an und unterstützen uns", ergänzt Orfanoudakis. (lyd)
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03. 08. 2006
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Fortsetzung folgt.
Anmerkung der Internetredaktion:
Wer einen Leserbrief geschrieben hat, der nicht veröffentlicht worden ist: bitte an die Internetredaktion schicken, wir machen ihre Meinung öffentlich. Wer Presseartikel zu unserem Anliegen gesammelt hat, bitte uns zur Verfügung stellen, wir möchten sie hier im Pressearchiv darstellen. Auf Wunsch werden sie auch wieder zurückgeschickt. Fotos aus besseren Zeiten des Strandbades können wir auch gebrauchen.
An: SOS@strandbad-mannheim.de
oder: Lutz Walzel, Hans-Sachs-Ring 123, 68199 Mannheim, Tel.: 0621 855 902
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